Fußball

Provokationen vorm Anpfiff Verletzte bei schwerer Randale auf Schalke

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Die Sicherheitskräfte im Stadion griffen schnell ein, um Schlimmeres zu verhindern.

(Foto: imago/Eibner)

Vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Schalke und dem FC Bayern kommt es laut Polizei zu einem "extrem gewalttätigen Übergriff". Fans aus München und Bochum sorgen für zahlreiche Verletzte. Auch andernorts gibt es am 13. Spieltag Randale.

Am Rande des Bundesliga-Spitzenspiels Schalke gegen Bayern München ist es zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Gelsenkirchener Polizei versuchten "in einer gemeinsamen Aktion gewaltbereite Anhänger des FC Bayern München und des VfL Bochum den Kassenbereich Nord an der Arena zu stürmen". Bei dem laut Polizei "extrem gewalttätigen Übergriff" wurden nach ersten Erkenntnissen zahlreiche Menschen teilweise erheblich verletzt. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Eine genaue Zahl konnte Sprecher Torsten Sziesze nicht nennen, weil sich "niemand in ärztliche Behandlung begeben hat". Allerdings wurden "mehrere Dutzend Personen" vorläufig festgenommen und polizeilichen Maßnahmen unterzogen.

Vor dem Topspiel hatte es verstärkte Sicherheitskontrollen gegeben. Viele Fans waren der Empfehlung des Vereins und der Polizei gefolgt und ungewohnt frühzeitig angereist. Dennoch verzögerte sich der Einlass in die mit über 60.000 Zuschauern ausverkaufte Veltins-Arena aufgrund von Leibesvisitationen an den Eingängen.

Bei den nahe des Stadions geparkten Fahrzeugen der Medienvertreter wurden Koffer- und Innenraum untersucht. Vor dem pünktlichen Anpfiff der Partie um 18.30 Uhr gab es wie auch in anderen Bundesliga-Stadien eine Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris. "Details über die von uns getroffene Sicherheitsmaßnahmen werden wir aus Sicherheitsgründen erst nach dem Schlusspfiff mitteilen", sagte Schalkes Mediendirektor Thomas Spiegel.

Ausschreitung auch andernorts

Ausschreitungen gab es am 13. Bundesliga-Spieltag nicht nur auf Schalke. Zwischen Düsseldorf und Gladbach musste ein Regionalzug einen unplanmäßigen Stopp einlegen. Laut Polizei hatten 130 Fans von Hannover 96 auf dem Weg zum Auswärtsspiel im Zug randaliert und die Notbremse gezogen. Daraufhin wurden sie nach Hannover zurückgeschickt. Die "Neue Presse" berichtet hingegen unter Berufung auf 96-Fans, die Ausschreitungen seien von Gladbach-Fans ausgegangen. Diese hätten auch die Notbremse gezogen.

Auch aus Hannover selbst wurden Fanrandale gemeldet. Mit Pfefferspray und Schlagstöcken ging die Polizei dort gegen randalierende Fußball-Fans vor - Fans von Werder Bremen, die auf dem Weg nach Wolfsburg waren. Rund 80 der 250 Fans habe sich im Zug nicht kontrollieren lassen und sich in einem Waggon eingeschlossen, teilte die Bundespolizei mit. Die Beamten hätten die Krawallmacher im Bahnhof Hannover zur Feststellung der Personalien aus dem Zug geholt.

Als die Fahrt Richtung Wolfsburg weitergehen sollte, zogen andere Fans mehrfach die Notbremse und schlugen eine Scheibe ein. Der Zug musste daraufhin ausgewechselt werden. Einige Fans reisten mit einem Ersatzzug weiter, bis zu 80 Anhänger mussten zur Identitätsfeststellung im Bahnhof bleiben. Die Behörden wollten am Abend entscheiden, ob die Randalierer in Gewahrsam kommen oder nach Platzverweisen zurückgeschickt werden. Bremen verlor 0:6.

Quelle: ntv.de, cwo/sid