WM-Fiebertraum

Auch Trump und Infantino werden den Fußball nicht zerstören

Ben-RedelingsVon Ben Redelings
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Standen im regen Austausch: Trump und Infantino. (Foto: IMAGO/Kyodo News)
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13.07.2026 | 18:04 Uhr
Der Vertrauensverlust und die Folgen für den Fußball sind nach den sonderbaren Vorkommnissen der vergangenen Tage noch nicht absehbar. Doch eine Sache wird auch diese WM nicht schaffen: Den Fußball zu zerstören.

"Der Fußballsport kann nicht verschwinden, höchstens dann, wenn die ganze Welt verschwindet." Diesen wunderbaren Satz hat niemand Geringeres gesagt als einer der größten Fußballer aller Zeiten, Pelé. In diesen Tagen voller Wut, Zweifel und Ohnmacht fällt es dem einen oder anderen Fußballfan angesichts von Korruptionsvermutungen und Verschwörungsgedanken sicht- und hörbar schwer, an die ewige Liebe zu unserem wunderbaren Sport zu glauben. Doch es wird der Moment kommen, an dem die einzigartige Faszination des Fußballs die schwarzen Wolken wieder vertreiben wird.

Was diese Weltmeisterschaft 2026 für einen Schaden für den Fußball angerichtet hat, ist aktuell noch gar nicht absehbar. Das Ausmaß der Katastrophen ist riesig und was als Grundgefühl bei vielen Fußballfans hängen bleiben wird, hat der ägyptische Trainer nach dem mehr als unglücklichen Ausscheiden seines Teams gegen Argentinien in Worte gefasst: "Wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren. Das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden."

Wo man dieser Tage auch hinhört, ob im Supermarkt, im Verein oder in der Kneipe, allüberall ist der Tenor der identische: "Das geht alles nicht mehr mit rechten Dingen zu. Die machen doch ohnehin, was sie wollen." Viele sagen, sie hätten sich längst von dieser WM verabschiedet. Die Enttäuschung über die Geschehnisse der vergangenen Wochen ist einfach zu groß. Und obwohl Patrick Ittrich eigentlich nur auf die unabsehbaren Folgen in Bezug auf die Schiedsrichter einging, könnten seine Worte auch allgemein für den Fußball nach dieser denkwürdigen WM verstanden werden: "Der Vertrauensverlust, der da passiert ist, der zieht sich durch das Turnier durch und der zieht sich vielleicht auch durch die weiteren Jahre durch."

Ein besonderes Spiegelbild

Das Vertrauen in die Institutionen des Fußballs, da muss man kein Prophet sein, ist nachhaltig zerstört. Und was das Schlimmste ist: Nach all den sonderbaren Vorkommnissen bei dieser WM sind jeder noch so abstrusen Verschwörungstheorie mittlerweile Tür und Tor geöffnet worden - einfach deshalb, weil Dinge vorgefallen sind, die sich niemand vorher hat vorstellen können, dass sie sich vor aller Augen abspielen würden. Trumps unverhohlenes Einmischen, dessen Hintergründe die FIFA bis heute nicht einmal für nötig hielt, aufzuklären, ist und bleibt ein Desaster.

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Man könnte sagen, der Fußball liegt momentan am Boden. Die Abscheu und der Ekel, mit dem sich viele Fans in den vergangenen Tagen und Wochen von dieser WM verabschiedet haben, sind so groß, dass es Zeit brauchen wird, bis wieder ein Stück Normalität einkehren wird. Und auch wenn so mancher Anhänger im Augenblick noch nicht recht daran glauben mag: Diese Zeit wird kommen! Der Fußball hat in seiner Geschichte immer wieder Momente erlebt, die die Kraft hatten, ihn zu zerstören.

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Korruption, Geld und üble Machenschaften begleiten diesen Sport seit jeher. Denn eins war der Fußball auch schon immer: ein Spiegelbild der Gesellschaft und des Lebens! Und da kommen wieder die Worte des enttäuschten ägyptischen Trainers in den Kopf: "Das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport?" Die Frage ist verständlich, doch sie beantwortet sich (leider) von selbst.

Und trotz aller aktuell-trüben Gedanken steht auch jetzt schon fest, dass es wieder bessere Zeiten für das Leben und den Sport geben wird. Denn die Weisheit von Pelé ist unzerstörbar. Selbst ein Trump und ein Infantino werden daran nichts ändern können: "Der Fußballsport kann nicht verschwinden, höchstens dann, wenn die ganze Welt verschwindet."

Verwendete Quelle: ntv.de