Wirtschaft

Für besseren Handyempfang Bahn bestellt Fernzüge mit Spezial-Scheiben

Milliardenbeträge will die Deutsche Bahn in den kommenden Jahren in den Ausbau ihrer ICE-Flotte investieren. Der Clou in den neuen Zügen: Spezielle Scheiben sollen für besseren Handyempfang sorgen.

Für einen besseren Mobilfunkempfang sollen neue Züge der ICE-Flotte der Deutschen Bahn erstmals mit sogenannten frequenzdurchlässigen Scheiben ausgestattet sein. 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge werden daher bei Technikkonzern Siemens in Auftrag gegeben, teilten beide Konzerne mit.

Bisher sind alle Fenster mit einer wärmeisolierenden Metallschicht ausgestattet, die aber auch Mobilfunkwellen aussperrt. Das Signal wird deshalb über sogenannte Repeater ins Innere der Züge geleitet. Bei den neuen Scheiben ist die Metallschicht so abgeschliffen, dass sie sämtliche Mobilfunkfrequenzen durchlässt. Das hat einige Vorteile: Zum einen sind die Fenster deutlich weniger wartungsanfällig. Zum anderen sind sie laut Bahn kompatibel mit allen Mobilfunkstandards und müssen nicht um- oder nachgerüstet werden - etwa wenn bald der neue Standard 5G ausgebreitet wird.

Flotte wächst um 20 Prozent

Der eine Milliarde Euro schwere Auftrag umfasst Züge der ICE-3-Reihe, von denen die ersten Ende 2022 auf die Schiene kommen sollen. 13.000 zusätzliche Sitze sollen dann zur Verfügung stehen. Zudem sichert sich die Bahn eine Option auf 60 weitere Fahrzeuge. Die neuen Züge sollen zunächst auf Strecken zwischen Nordrhein-Westfalen und München eingesetzt werden.

"Die Bahn investiert auf Rekordniveau in neue Züge", erklärte Bahn-Chef Richard Lutz. In den nächsten Jahren wachse die gesamte DB-Flotte im Fernverkehr um 20 Prozent. "Auch wenn die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist, spricht auf längere Sicht alles für die klimafreundliche Schiene." Bauen will Siemens die Fahrzeuge an Standorten in Bayern, NRW und Österreich. Die Züge erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde.

Trotz einbrechender Fahrgastzahlen in der Corona-Krise will der bundeseigene Konzern am Ausbau der Kapazitäten im Fernverkehr festhalten. Neben den nun bestellten Zügen und einer schon vor Jahren getätigten Bestellung von 137 neuen ICE-4-Zügen, von denen rund 50 ausgeliefert sind, kaufte der Konzern Ende des vergangenen Jahres 17 gebrauchte Doppelstockzüge von der Westbahn.

Quelle: ntv.de, bea/dpa