Wirtschaft

Hohe Pünktlichkeit Bahn liefert ein kleines Weihnachtswunder

imago56580209h.jpg

Er war zumeist pünktlich - und weil die Beschenkten ebenfalls überwiegend rechtzeitig da waren, lief es Weihnachten für Bahnkunden alles in allem glatt.

(Foto: imago stock&people)

Fast drei Millionen Menschen hat die Deutsche Bahn zu den Weihnachtstagen quer durch das Land befördert - und die meisten von ihnen waren pünktlich zur Bescherung am Zielort. Und auch zurück ging es zumeist reibungslos. Im Restjahr war die Leistung indes ausbaufähig.

Die Deutsche Bahn klopft sich mitten im Weihnachtsreiseverkehr selbst auf die Schulter. Rund ums Fest hätten deutlich mehr Fahrgäste die Fernverkehrszüge genutzt als im Vorjahr. So nutzten vom 20. bis zum 26. Dezember rund 2,8 Millionen Menschen ICE und IC, wie der Konzern mitteilte. Das waren 400.000 Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zufrieden zeigte sich die Bahn mit der Pünktlichkeit. Im gesamten Betrachtungszeitraum seien mehr als 86 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich gewesen, am 24. und 26. Dezember sogar mehr als 90 Prozent. "Wir freuen uns, so viele Menschen sicher und pünktlich zu ihren Familien und Freunden gebracht zu haben", erklärte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson.

Als verspätet gilt ein Zug, wenn er mindestens sechs Minuten hinter dem Plan am Ziel ankommt. Damit lagen die Pünktlichkeitswerte über Weihnachten deutlich über dem Jahresdurchschnitt von voraussichtlich knapp 76 Prozent. Ihr selbst gesetztes Pünktlichkeitsziel von 76,5 Prozent für 2019 wird die Deutsche Bahn verfehlen.

"Rückenwind wie nie zuvor"

Zugleich teilte der Konzern mit, dass er seit Jahresbeginn zusammen mit Bund und Ländern mehr als 1,3 Milliarden Euro in die Bahnhöfe investiert habe - rund ein Zehntel mehr als 2018. Unter anderem seien 650 Stationen modernisiert worden. Dabei wurden den Angaben zufolge 100 Stationen barrierefrei ausgebaut, neun Bahnhöfe wurden komplett neu errichtet.

"Einen derartig starken politischen und gesellschaftlichen Rückenwind wie in diesem Jahr hat es in der über 180-jährigen Eisenbahngeschichte noch nicht gegeben", sagte der Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der "Neuen Westfälischen". Bis 2030 sollen demnach insgesamt rund 170 Milliarden Euro in die Infrastruktur fließen.

Inlandsflüge wurden billiger

Unterdessen haben sich die Bundesstatistiker die Fahrpreise genauer angeschaut - und unterschiedliche Entwicklungen festgestellt. So mussten die Bundesbürger im Fernverkehr in den vergangenen vier Jahren nur 1,3 Prozent mehr zahlen. Für die Tickets im Nahverkehr der Bahn wurden indes 14 Prozent mehr fällig. Dort zogen die Preise damit stärker an als die allgemeine Teuerung.

Im Betrachtungszeitraum zwischen November 2015 und November 2019 verteuerten sich den weiteren Angaben zufolge insbesondere Fernbus-Fahrten. Die Ticketpreise erhöhten sich um durchschnittlich 15,4 Prozent - und damit sogar noch etwas mehr als im Bahn-Nahverkehr. Die Lebenshaltungskosten zogen im selben Zeitraum nur um 5,6 Prozent an.

Kräftig verteuerten sich auch Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr - also Bus und Bahn in Verkehrsverbünden. Für sie mussten die Fahrgäste in diesem November 8,1 Prozent mehr zahlen als vor vier Jahren. Billiger wurden dagegen nach Beobachtungen der Testkäufer Inlandsflüge - und zwar um 2,9 Prozent.

Billigere Fernverkehr-Tickets

Die im Schnitt kaum gestiegenen Preise für Ferntickets der Bahn sollen ab Januar billiger werden. Im Klimapaket der Bundesregierung ist festgeschrieben, die Mehrwertsteuer im Fernverkehr ab Neujahr von 19 auf 7 Prozent zu senken - ebenso wie im Nahverkehr, wo schon 7 Prozent Mehrwertsteuer gilt. Die Bahn will den Vorteil an die Kunden weitergeben: Die Ticketpreise im Fernverkehr fallen ab Januar um rund zehn Prozent. "Wir sind sicher, dass sich die Preis-Wahrnehmung der Bahn damit entscheidend wandelt", sagte ein Bahn-Sprecher. Fernverkehrstickets gebe es ab Januar schon ab 17,90 Euro.

Der bundeseigene Konzern erwartet mit der Absenkung der Mehrwertsteuer im Fernverkehr ein jährliches Plus von fünf Millionen Fahrgästen. Damit würde die Zahl der Reisenden im Fernverkehr weiter stark wachsen: 2018 nutzten fast 133 Millionen Fahrgäste die Bahn für längere Strecken in Deutschland, das waren fast 14 Prozent mehr als 2015. Ins Flugzeug an deutschen Hauptverkehrsflughäfen stiegen im vergangenen Jahr etwa 24 Millionen Menschen.

Quelle: ntv.de