Wirtschaft

Mangelware in allen Industrien Chip-Gigant erwartet Engpässe bis 2022

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TSMC habe neue Grundstücke und Ausrüstung gekauft sowie Tausende Mitarbeiter eingestellt und bereits mit der Errichtung neuer Werke begonnen.

(Foto: REUTERS)

Längst leidet nicht mehr nur die Auto-Branche unter dem Chipmangel. Auch Produzenten von Smartphones und Laptops bekommen den Engpass zu spüren. Der weltgrößte Chip-Hersteller TSMC will zwar 100 Milliarden Dollar investieren, um die Nachfrage zu stillen. Doch ein Ende der Knappheit ist nicht in Sicht.

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC will alles tun, um den weltweiten Chip-Engpass zu bekämpfen. Trotzdem könne die Knappheit noch bis in das nächste Jahr anhalten, sagte Firmenchef C.C. Wei. TSMC habe neue Grundstücke und Ausrüstung gekauft sowie Tausende Mitarbeiter eingestellt und bereits mit der Errichtung neuer Werke begonnen. In den kommenden drei Jahren würden 100 Milliarden Dollar in den Ausbau der Kapazitäten gesteckt. Wei rechnet damit, dass Kunden verstärkt ihre Lager auffüllten, um sich künftig besser vor Unsicherheiten zu schützen.

Zunächst hatte der Halbleiter-Engpass vor allem Autobauer unter Druck gesetzt. Nach Einschätzung von VW-Chef Herbert Diess bremst der Chipmangel die Erholung der Branche aus. Es gebe klare Anzeichen für eine Belebung, angeführt von einer guten Entwicklung in den USA, China und Brasilien, sagte er auf der Hannover Messe. "Einschränkend bremsend in diesem Aufschwung wirkt eigentlich derzeit nur die weltweite kritische Zuliefersituation bei verschiedenen Halbleiterkategorien."

Inzwischen betrifft der Chipmangel auch die Produzenten von Smartphones, Laptops und anderen Geräten. Der Chef des weltgrößten Chipkonzerns Intel, Pat Gelsinger, hat kürzlich in einem Interview gesagt, es werde Jahre dauern, bis die Knappheit abebbe. Das US-Unternehmen hat bereits angekündigt, verstärkt selbst zu produzieren und in Konkurrenz zu TSMC in die Auftragsfertigung einzusteigen.

Im ersten Quartal profitierte TSMC von der hohen Nachfrage nach leistungsstarken Halbleitern für den gestiegenen Bedarf an Technik in Homeoffice-Zeiten. Der Gewinn kletterte um fast ein Fünftel auf 139,7 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet 4,1 Milliarden Euro). Der Konzern stellt unter anderem auch Komponenten für das neue iPhone von Apple sowie Qualcomm her.

Der Gewinn fiel höher aus als von Analysten erwartet, der Umsatz stieg um ein Viertel auf bisher nie erreichte knapp 10,8 Milliarden Euro. Inzwischen kommt TSMC auf eine Marktbewertung von mehr als 550 Milliarden Dollar und ist damit mehr als doppelt so viel wert wie Intel. Der Konzern liegt auch vor dem südkoreanischen Technologiegiganten Samsung Electronics.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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