Wirtschaft

Marktführer reagiert auf Mangel Chip-Gigant investiert 100 Milliarden Dollar

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Mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent ist TSMC unangefochtener Markt- und Technologieführer bei der Chip-Herstellung.

(Foto: REUTERS)

Aktuell trifft es Ford. Mehrere Lkw-Werke des Autobauers stehen zeitweise still, weil Mikrochips fehlen. Jetzt nimmt der Weltmarktführer der Halbleiterproduktion, TSMC, Geld in die Hand, um die Produktion weiter zu steigern - sehr viel Geld.

Der taiwanische Chipproduzent und Weltmarktführer TSMC will in den kommenden drei Jahren 100 Milliarden Dollar zusätzlich in den Ausbau seiner Fertigungsstätten stecken. So solle die Kapazität der Produktion gesteigert werden. Man erwarte eine sehr hohe Nachfrage angesichts von 5G und dem Trend zu sehr leistungsfähigen Computern, erklärte der Konzern, zu dessen Kunden unter anderem Apple und Qualcomm gehören." Außerdem beschleunigt die Covid-19-Pandemie die Digitalisierung in allen Bereichen", hieß es weiter. TSMC hatte bereits angekündigt, in diesem Jahr zwischen 25 und 28 Milliarden Dollar für die Entwicklung und Produktion moderner Chips auszugeben.

Ein Mangel an Halbleitern lähmt derzeit große Teile der Autoindustrie, der Elektronik-, Kommunikations- und anderer Branchen. Die Lieferzeiten für Mikrochips haben sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Zuletzt kündigte US-Autobauer Ford an, die Fertigung an mehreren Werken für Nutzfahrzeuge vorübergehend zu stoppen.

Wegen der Lieferprobleme bei Halbleitern könne an diversen Fabriken nicht wie geplant gefertigt werden, kündigte die Ford Motor Co an. So soll im April im Truck-Werk in Dearborn für zwei Wochen die Arbeit ruhen. Im Werk Kansas City soll die Produktion ab kommendem Montag eine Woche lang pausieren. Auch in mehreren anderen Fabriken in Nordamerika sollen die Arbeiten vorübergehend unterbrochen und geplante Überstunden gestrichen werden. Auch deutsche Autobauer hatten teils ihre Bänder schon anhalten müssen wegen des Mangels an Mikrochips.

Die Ankündigung von TSMC macht den betroffenen Branchen Hoffnung. Bis sich der Chip-Engpass spürbar bessert, dürfte es aber noch einige Zeit dauern. TSMC ist mit Abstand der größte Produzent von Mikrochips der neuesten Generation. Für die Fertigung werden extrem teure moderne Maschinen und Fabriken benötigt. Eine Ausweitung der Produktion erfordert daher hohe Investitionen, die nur wenige Unternehmen stemmen können.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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