Wirtschaft

Wie ein "Weihnachtsgeschenk" Deutsche Autobauer profitieren von Nafta

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Deutsche Autobauer sind sowohl in den USA als auch in Mexiko bereits mit großen Werken vertreten.

(Foto: imago/Cathrin Bach)

Das neue Nafta-Abkommen zwischen Mexiko und den USA bringt für die hiesige Autoproduktion verschärfte Bedingungen - allerdings weniger für deutsche Hersteller. Denn VW, Audi und Co. erfüllen etliche Anforderungen.

Die Einigung zwischen den USA und Mexiko auf ein neues Freihandelsabkommen ist nach Einschätzung des Experten Ferdinand Dudenhöffer ein "vorgezogenes Weihnachtsgeschenk" für die deutschen Autobauer. "Ich denke, die neuen Anforderungen an importierte Autos für den US-Markt werden kein Problem sein", sagte der Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen.

Die USA und Mexiko hatten sich auf eine Neufassung des regionalen Freihandelsabkommens Nafta verständigt. Wichtiger Bestandteil des neuen Abkommens sind Bestimmungen, die die Automobilproduktion in den USA wieder attraktiver machen sollen. Die deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW sind sowohl in den USA als auch in Mexiko mit großen Werken vertreten.

Ein Punkt sieht vor, dass künftig 75 Prozent der Teile eines Autos aus den USA oder Mexiko kommen müssen, damit ein Auto aus Mexiko zollfrei in die USA eingeführt werden darf. Bislang lag die Schwelle bei 62,5 Prozent. "Das könnte bedeuten, dass Zuliefererfirmen ihre Präsenz in Mexiko ausbauen müssen", sagte Dudenhöffer.

Eine weitere Bestimmung ist, dass künftig 40 bis 45 Prozent der Autoteile in einer Fabrik hergestellt werden müssen, in der Arbeiter mindestens 16 Dollar (14 Euro) pro Stunde bekommen. "Solche Löhne werden in den Fabriken der deutschen Hersteller ohnehin bezahlt", sagte Dudenhöffer. Die Mehrkosten hielten sich somit in Grenzen.

"Die offene Flanke der deutschen Autobauer bleibt aber weiterhin der Zollstreit der USA mit China", sagte Dudenhöffer. Die Konzerne bauen in den USA viele SUVs, die sie nach China exportieren. Auf US-Autos erhebt Peking mittlerweile aber Strafzölle, die Autos verkaufen sich in China somit nicht mehr so gut. "Wenn die Regierungen diesen Streit nicht beilegen, müssen die Hersteller wohl ihre Produktionsstruktur ändern", sagte Dudenhöffer. So könnten sie seiner Ansicht nach mittelfristig die Produktion von SUVs nach Asien verlagern. "Die Verlierer wären die USA."

Quelle: n-tv.de, mba/AFP