Wirtschaft

Immer höher, immer weiter Dow und S&P 500 erreichen neue Rekorde

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Das "furchtlose Mädchen" vor der New Yorker Börse verbreitet allem Anschein nach genug Hoffnung.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Die Finanzmärkte kennen weiter nur eine Richtung. Zum Wochenschluss klettern Dow Jones und S&P 500 trotz weltweit steigender Corona-Fallzahlen auf Allzeithochs. Genau darunter leidet allerdings der Ölpreis.

Die amerikanischen Aktienmärkte haben zum Wochenschluss erneut zugelegt. Kurz vor der Schlussglocke zogen die Kurse noch einmal deutlich an. Der US-Standardwerteindex Dow Jones stieg um 0,9 Punkte auf ein Rekordhoch von 33.801 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 erreichte mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 4128 Punkten ebenfalls ein Allzeithoch. Der technologielastige Nasdaq legte um 0,5 Prozent zu. Dax und EuroStoxx50 hatten zuvor fast unverändert geschlossen.

S&P 500
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Damit belastete der überraschend starke Anstieg der US-Erzeugerpreise nicht. Die US-Notenbank hat in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erklärt, dass sich Preisanstiege als vorübergehend erweisen dürften und dass sie gegen solche nicht vorgehen werde.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte bei einer Podiumsdiskussion des Internationalen Währungsfonds (IWF) zudem bekräftigt, dass die Fed an ihrer bisherigen Geldpolitik auf absehbare Zeit nicht rütteln wird. Außerdem legte US-Präsident Joe Biden dem Kongress seinen ersten Haushaltsentwurf vor, der Börsianer vor allem wegen der geplanten zusätzlichen billionenschweren Konjunkturhilfen interessiert.

Dollar stabil, Ölpreis unter Druck

Die US-Erzeugerpreise haben im März deutlicher zugelegt als erwartet. Sie erhöhten sich um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Volkswirte lediglich mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet hatten. Auch in der Kernrate - ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie - fiel der Anstieg stärker als prognostiziert aus. Für die Zunahme seien vor allem die deutlich gestiegenen Benzinpreise verantwortlich, heißt es.

Am Devisenmarkt stabilisierte sich der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, zum Wochenabschluss bei 92,2 Punkten. Auf der einen Seite stütze die Aussicht auf eine rasche Normalisierung der US-Wirtschaft die Weltleitwährung, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Auf der anderen Seite belaste die Fed-Ankündigung einer auf längere Sicht ultra-lockeren Geldpolitik.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 63,83

Abwärts ging es für den Ölpreis. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 59,40 Dollar je Barrel (159 Liter). Die wieder steigenden Coronavirus-Fallzahlen in einigen Regionen nährten Experten zufolge die Furcht vor einer geringeren Nachfrage. Außerdem müsse mit der Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt gerechnet werden, wenn die Atomgespräche mit der Islamischen Republik Fortschritte machten und Sanktionen gelockert würden, sagte Analystin Helima Croft von der Investmentbank RBC Capital Markets.

Johnson & Johnson verlieren, Amazon gewinnen

Bei den Einzelwerten ging es für die Aktie von Johnson & Johnson (J&J) um 1,1 Prozent nach unten. Aufgrund der kürzlich festgestellten Qualitätsmängel bei einem Auftragsfertiger, durch die rund 15 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffes von J&J unbrauchbar wurden, wird der Pharmakonzern in der kommenden Woche 80 Prozent weniger Impfdosen in den USA liefern als in dieser. Überdies prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang des J&J-Impfstoffs mit Thrombosefällen.

Boeing verloren 1,0 Prozent. Nur wenige Monate vor der Wiederzulassung der 737 Max hat der Flugzeughersteller mehrere Fluggesellschaften auf ein mögliches neues Problem mit der Elektrik der Maschinen hingewiesen.

Honeywell (+3,4%) profitierten von einigen positiven Analystenkommentaren. Unter anderem hat die Deutsche Bank die Aktie auf "Buy" hochgestuft.

Amazon stiegen um 2,2 Prozent. Die Mitarbeiter des Unternehmens am Standort Bessemer in Alabama haben mehrheitlich gegen die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt.

Levi Strauss gewannen 2,6 Prozent. Der Jeans-Hersteller hatte bessere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt und sich optimistisch zum laufenden zweiten Quartal geäußert.

Bergbaukonzern Turquoise im Aufwind

Bei den Unternehmen rückte Turquoise Hill ins Rampenlicht. Die in den USA notierten Aktien der kanadischen Bergbaufirma stiegen um 3,0 Prozent, nachdem sich das Unternehmen mit seiner Mutter Rio Tinto auf die Finanzierung zum Ausbau der Mine "Oyu Tolgoi" in der Mongolei geeinigt hatte. Dort liegt eine der weltweit größten bekannten Gold- und Kupferlagerstätten. Explodierende Kosten hatten einen Streit zwischen Rio Tinto und Turquoise Hill ausgelöst.

Die Titel von Lucira gewannen 2,8 Prozent. Ein Corona-Test der Medizintechnikfirma erkennt den Angaben zufolge mindestens 99,9 Prozent aller Coronavirus-Varianten, inklusive der "Doppel-Mutante" aus Indien. Fortschritte bei der Entwicklung eines Medikaments zur Behandlung von Coronavirus-Patienten bescherte den Aktien von RedHill Biopharma ein Kursplus von 8,3 Prozent. Ein unabhängiges Expertengremium sprach sich den Angaben zufolge einstimmig für eine Fortsetzung der Tests mit dem Mittel aus.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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