Wirtschaft

Internet ist lahmgelegt Kasachstan lässt Bitcoin leiden

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Russland hat Soldaten nach Kasachstan geschickt, um den Präsidenten zu unterstützen.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Die Unruhen in Kasachstan drücken den Bitcoin-Kurs. Denn der Strom wird plötzlich knapp, außerdem wird das Internet abgeschaltet. Im vergangenen Jahr war das zentralasiatische Land zum neuen Mekka der Krypto-Gemeinde geworden.

Der Ausnahmezustand in Kasachstan setzt dem Bitcoin zu. Der Grund: Das zentralasiatische Land ist eines der Zentren für das sogenannte Mining, also für das "Schürfen" der Kryptowährung. Angesichts der Massen-Proteste ist das Internet dort flächendeckend ausgefallen, wahrscheinlich wurde es von der Regierung abgeschaltet. Hinzu kommt eine plötzliche Stromknappheit. Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Anstieg der Treibstoffpreise.

Ziel der Abschaltung ist offensichtlich, die Kommunikation der Protestierenden zu erschweren. Doch dieser Schritt hat auch Folgen für den Bitcoin. Der Kurs der Kryptowährung fiel heute in der Spitze um fünf Prozent unter 41.000 Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Neben den Ereignissen in Kasachstan gibt es dafür allerdings einen weiteren Grund: Die US-Notenbank Fed wird ihre Geldpolitik wohl schneller straffen als bisher erwartet.

Im vergangenen Jahr war Kasachstan der zweitgrößte Bitcoin-Produzent nach den USA, wie aus Daten des Cambridge Centre for Alternative Finance hervorgeht. Für das Herstellen neuer Bitcoins werden leistungsfähige Server benötigt, die sehr viel Energie verbrauchen. Außerdem wird Rechenkapazität für die Verschlüsselung und Validierung von Transaktionen gebraucht. Wer das macht, wird in Bitcoin entlohnt. Ohne Verbindung zum Internet ist das aber nicht möglich. Im vergangenen August wurden 18 Prozent der weltweiten Bitcoin-Rechenpower in Kasachstan zur Verfügung gestellt.

Kasachstan ist ein Zentrum des Bitcoin-Schürfens geworden, nachdem China im vergangenen Jahr begonnen hatte, gegen das Mining vorzugehen. Die Führung der Volksrepublik hatte das Schürfen angesichts von Energie-Engpässen verboten, es kam zu Razzien. Bis dahin hatten in der Volksrepublik noch rund drei Viertel aller Bitcoin-Transaktionen stattgefunden.

Mehrere Schürfer hatten ihren Standort daraufhin in das Nachbarland verlagert, weil dort die Strompreise niedrig sind und die Regierung Bitcoin-Miner in Ruhe lässt. Auch die bekannten Schürfer Canaan, The9 und TAOP sind mittlerweile in Kasachstan aktiv. Canaan habe strategische Vereinbarungen mit mehreren Krypto-Mining-Unternehmen für ein gemeinsames Geschäft in Kasachstan geschlossen, heißt es.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa/DJ

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