Wirtschaft

Ohne Zuzug bleiben Stellen offen Ostdeutschland gehen die Arbeitskräfte aus

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Nordrhein-Westfalen findet nicht genügend Lokführer, deshalb versucht das Land in einem Pilotprojekt bereits junge Migranten für den Beruf zu begeistern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ostdeutschland war über lange Zeit von enormer Arbeitslosigkeit geprägt, in den kommenden 15 Jahren könnte sich dieser Trend umkehren. Viele Arbeitnehmer gehen in Rente, es droht ein extremer Verlust von Arbeitskräften. Die Regionen, die am stärksten altern, liegen aber in Westdeutschland.

Die alternde Gesellschaft wird den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland besonders hart treffen. Fast 40 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Osten außer Berlin sind heute bereits über 50 Jahre alt, wie das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) mitteilte. In ganz Deutschland machen die älteren Beschäftigten mehr als ein Drittel aus.

Abseits von Berlin stehen die Arbeitsmärkte im Osten somit vor einer besonders schwierigen Aufgabe. Viele Beschäftigte werden in den kommenden 15 Jahren in Rente gehen, gleichzeitig gibt es immer weniger Nachwuchskräfte. "Es ist abzusehen, dass ein bedeutender Anteil der durch Verrentung frei werdenden Stellen nicht besetzt werden kann", erklärte Tim Leibert vom IfL. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels warnten manche Experten sogar von einer "zweiten Deindustrialisierung in Ostdeutschland".

Die stärksten regionalen Anstiege der über 50-jährigen Beschäftigten im Zeitraum von 2008 bis 2019 verzeichnen laut den Daten des Leibniz-Instituts allerdings Regionen in Westdeutschland: der Regierungsbezirk Münster, die Region Oberfranken und das Saarland mit jeweils mehr als zwölf Prozent.

Städte haben kaum Probleme mit Nachwuchs

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Deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt ist die Dynamik der Alterung dagegen in Berlin und der Region Leipzig sowie in Oberbayern und Hamburg. Diese städtisch geprägten Regionen profitieren demnach von der Zuwanderung jüngerer Menschen aus dem In- und Ausland. Auch wirtschaftsstarke Regionen wie die Regierungsbezirke Darmstadt und Stuttgart sind weniger stark von Überalterung betroffen als strukturschwache Regionen wie etwa die Regierungsbezirke Kassel und Braunschweig in Nordhessen beziehungsweise Südniedersachsen.

Der Anteil der unter 30-Jährigen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank indes bundesweit nur geringfügig um zwei Prozentpunkte auf knapp 21 Prozent. In der Oberpfalz, in Niederbayern, Schwaben und der Region Trier liegt der Anteil der jüngeren Erwerbstätigen weiterhin mehr als zehn Prozent über dem Bundesmittel. Dagegen verzeichnen die ostdeutschen Bundesländer, die einen niedrigen Anteil an Hochtechnologiebetrieben haben, einen massiven Rückgang und rangieren mehr als zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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