Wirtschaft

Demografie gefährdet Wachstum Ostdeutschland droht Anschluss zu verlieren

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Arbeiter in einem Werk für Windkraftanlagen in Rostock.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der demografische Wandel und mangelnde Produktivität bringen die deutsche Wirtschaft in Gefahr. Laut einer Studie könnte sich das Wachstum in den kommenden Jahren nahezu halbieren. Besonders die ostdeutschen Bundesländer würden darunter leiden.

Zu geringe Produktivitätsfortschritte drohen Deutschlands Wirtschaftswachstum bis 2035 auf 0,6 Prozent in etwa zu halbieren. Denn die geringen Innovationen reichen nicht aus, um den Effekt der Alterung und des sinkenden Erwerbspersonenpotenzials auszugleichen. Dies zeigt eine Studie des Ifo-Instituts und der Bertelsmann-Stiftung, aus der das "Handelsblatt" zitiert.

Besonders betroffen ist neben den strukturschwachen Westländern Saarland und Rheinland-Pfalz Ostdeutschland. So müsste sich die Innovationskraft in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch im Saarland, im Projektionszeitraum mehr als verdoppeln, um das derzeitige Wachstum trotz rückläufiger Erwerbsquoten aufrechterhalten zu können, so die Studie.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD fordert deshalb besondere Anstrengungen des Bundes: "Die Bundesregierung muss einen Vorsprung Ost im Bereich Digitalisierung organisieren" und flächendeckendes schnelles Internet und 5G bereitstellen, sagte sie der Zeitung. "Außerdem brauchen wir nach Auslaufen des Solidarpakts eine besondere Förderung für strukturschwache Regionen, künftig in Ost und West."

Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprach sich zwar dafür aus, wie vorgesehen 90 Prozent des Solidaritätszuschlags abzuschmelzen. "Wir brauchen aber weiter eine Unterstützung des Bundes für strukturschwache Regionen - in Ost wie West", sagte er dem "Handelsblatt".

Quelle: ntv.de, jpe/DJ