Wirtschaft

Chipmangel bei Autobauer Peugeot muss analoge Tachos einbauen

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Stellantis war aus der Fusion von PSA und Fiat-Chrysler entstanden.

(Foto: imago images/IP3press)

Eigentlich werden Autos immer digitaler, doch der Mangel an Halbleiterchips sorgt in der Autoindustrie für Produktionsengpässe. Bei einem Peugeot-Modell wird nun beim Tacho wieder auf die analoge Variante gesetzt. Andere Autobauer stoppen ihre Produktion gar komplett.

Der Autobauer Stellantis ersetzt wegen des weltweit grassierenden Chipmangels digitale Tachometer bei einem Peugeot-Modell durch die altmodischere analoge Variante. Beim Peugeot 308 sollten ab Ende Mai traditionelle Geschwindigkeitsanzeiger eingebaut werden, teilte der aus der Fusion der französischen Opel-Mutter PSA mit dem Fiat-Chrysler-Konzern hervorgegangene Autobauer mit.

Digitale Armaturenbretter sollten stärker gefragten Fahrzeugen wie dem SUV 3008 vorbehalten sein. Den Kunden soll die schlechtere Ausstattung durch einen Preisabschlag schmackhaft gemacht werden, berichtete der französische Nachrichtensender LCI. Das aktuelle Modell des Peugeot 308 läuft im Herbst aus. Die nächste Generation des Kompaktwagens soll wieder einen digitalen Tacho haben.

Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet, "dass der Hableitermangel noch weit über das Jahr 2021 hinausreichen wird". Der Bedarf der Autoindustrie werde sich durch Elektrifizierung und automatisiertes Fahren bis 2025 massiv erhöhen: Heute seien in einem Premiumauto mit Verbrennungsmotor Halbleiter für 3000 Dollar verbaut. "Bei einem halbautonom fahrenden Elektroauto wird sich der Wert bis 2025 auf über 7000 Dollar je Fahrzeug mehr als verdoppeln", erklärten die Branchenexperten in einer Studie.

Zugleich rechnen die Unternehmensberater mit einer stärkeren Marktkonzentration bei den Chip-Herstellern. "Diese Konstellation erschwert die Beschaffung zusätzlich." Obendrein seien Smartphone- und Computerhersteller für die Halbleiter-Branche viel größere Kunden als die Autobauer. Die Nachfrage nach Computern und Spielekonsolen ist während der Corona-Krise gestiegen, während viele Autohersteller ihre Chip-Bestellungen stark heruntergefahren hatten.

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Wegen fehlender Halbleiter muss Hyundai in Südkorea die Produktion des SUV-Modells Kona und des Elektroautos Ioniq 5 zeitweise stoppen. Volkswagen musste im März in Wolfsburg die Arbeit an zwei Montagelinien für die Modelle Tiguan, Touran und Tarraco eine Woche lang ruhen lassen. Toyota ließ die Bänder im tschechischen Kolin wegen Chipmangels im März zwei Wochen lang pausieren.

Der Halbleitermangel ist das Resultat einer Fehleinschätzung der Hersteller. Mit der Erwartung, zu Pandemiebeginn vor einem Jahr würde das Konsumverhalten deutlich zurückgefahren werden, wurde die Produktion gedrosselt. Bei Verbrauchern trat jedoch der gegenteilige Effekt ein. Der Produktionsvorlauf kann bei Chip-Herstellern einige Monate dauern, daher sind die Kapazitäten noch nicht wieder vorhanden.

Quelle: ntv.de, mba/rts/dpa

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