Wirtschaft

Rekordumsatz im Krisenjahr Rewe boomt, der Gewinn schrumpft trotzdem

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Viele Kunden stimmen mutmaßlich zu.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Touristikgeschäft brechen die Umsätze der Rewe-Gruppe wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um fast 75 Prozent ein. Dafür boomen Bau- und Supermärkte. Unter dem Strich bleibt weniger übrig als 2019.

Der Reise- und Einzelhandelskonzern Rewe hat dank zweistelliger Zuwachsraten im Supermarkt-Geschäft den Einbruch in seiner Tourismus-Sparte mehr als wettgemacht. Die Umsätze stiegen im Corona-Jahr 2020 auch durch die Übernahme der Lekkerland-Gruppe auf den neuen Rekordwert von 75,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Das war im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 20,4 Prozent. Doch ging die Pandemie auch an Rewe nicht spurlos vorbei. Im Touristikgeschäft brachen die Umsätze massiv ein. Diese starken Verluste sorgen neben einer gestiegenen Steuerlast für einen Rückgang des Gewinns.

"Das Jahr 2020 war selbstverständlich auch für uns in der Rewe Group überschattet von den Folgen der Corona-Pandemie. Wir konnten unsere selbstgesteckten wirtschaftlichen Ziele letztlich erreichen, weil die positive Entwicklung in unserem Handelsgeschäft die schweren Belastungen unserer Touristik-Sparte ausgeglichen hat", sagte Rewe-Chef Lionel Souque.

Im deutschen Supermarkt-Geschäft stiegen die Umsätze der genossenschaftlichen Gruppe um mehr als 12 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro. Besonders gut schlugen sich einmal mehr die selbstständigen Rewe-Kaufleute. Ihre Umsätze legten durchschnittlich sogar um mehr als 20 Prozent zu.

Auch Supermarkt-Umsätze in anderen europäischen Ländern wuchsen - allerdings deutlich schwächer. Die konzerneigene Discount-Tochter Penny steigerte ihre Umsätze in Deutschland um 5,4 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Im europäischen Ausland stieg der Umsatz von Penny um 8,3 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Chef will Digitalisierung vorantreiben

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Auch das Geschäftsfeld Baumarkt mit der Marke Toom steigerte den Umsatz um knapp 20 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Ganz anders sah es im Touristikgeschäft aus, wo Rewe mit Marken wie DER Touristik, ITS, Meiers Weltreisen und Kuoni unterwegs ist. Hier brachen die Umsätze pandemiebedingt um 73,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ein. Das neue Geschäftsfeld Convenience - mit der 380.000 Mitarbeitern starken Lekkerland-Gruppe - erwirtschaftete einen Umsatz von gut 13 Milliarden Euro.

Insgesamt konnte Rewe 2020 den operativen Gewinn (Ebita) auf 1,2 Milliarden Euro steigern. Durch eine gestiegene Steuerlast sank der Nettoertrag aber auf 415 Millionen Euro nach 507 Millionen Euro im Jahr zuvor. Hier wirkten sich Rewe zufolge unter anderem nicht verrechenbare Verluste der DER Touristik-Gruppe aus.

Rewe-Chef Souque will trotzdem kräftig investieren und damit auch die Digitalisierung des Konzerns vorantreiben. "Die positive Entwicklung in unserem Handelsgeschäft hat die schweren Belastungen unserer Touristik-Sparte ausgeglichen", bilanzierte Souque. "Nach rund 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 werden wir im laufenden Geschäftsjahr unsere Investitionen auf 2,3 Milliarden Euro aufstocken. Mit Investitionen in dieser Höhe planen wir auch in den Folgejahren 2022 und 2023."

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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