Wirtschaft

13 Märkte müssen schließen Media-Markt-Saturn streicht rund 1000 Stellen

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Von diesen Schriftzügen gibt's bald ein paar weniger.

(Foto: imago/Manfred Segerer)

Das Geschäft verlagert sich vom stationären Handel zunehmend in den Online-Vertrieb - deshalb planen Media Markt und Saturn zusätzlichen Stellenabbau. 3500 Arbeitsplätze sollten ohnehin wegfallen, nun kommen rund 1000 weitere dazu. Betroffen sind davon auch 13 Märkte in Deutschland.

Die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn reagieren auf die Umsatzverluste in ihren Filialen in der Corona-Krise und schließen wohl 13 ihrer 419 Märkte in Deutschland. Zugleich sollen in den Märkten in der Bundesrepublik bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021/22 voraussichtlich bis zu 1000 Arbeitsplätze wegfallen, hieß es in einem Brief der Media-Markt-Saturn-Geschäftsführung in Deutschland an die Mitarbeiter. Die Pandemie habe das Verhalten der Verbraucher nachhaltig verändert, immer mehr Kunden erledigten ihre Einkäufe über das Internet. Der Online-Anteil am Umsatz wachse in der Krise.

Media Markt und Saturn, Töchter der Düsseldorfer Holding Ceconomy, hatten wegen des Trends hin zum Online-Einkauf schon angekündigt, verstärkt in den Ausbau ihrer Logistik zu investieren. "Zugleich ist es zwingend erforderlich, die Anzahl und die Größe unserer stationären Märkte auf die neuen Gegebenheiten auszurichten", heißt es in dem Schreiben weiter. Es handele sich dabei aber um kein neues Sparprogramm.

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Ceconomy 4,60

Die Konzern-Mutter Ceconomy hatte bereits im vergangenen August den Abbau von etwa 3500 der konzernweit rund 45.000 Vollzeitstellen angekündigt. Vor allem das europäische Ausland sei betroffen, hieß es damals. Mit dem Umbau erwartet Ceconomy Einsparungen von knapp über 100 Millionen Euro pro Jahr, deren Löwenanteil ab dem Geschäftsjahr 2022/23 wirksam werden soll, hieß es damals.

"Kürzungen und Personalabbau sind Zeugnis von Managementversagen und haben noch nie Unternehmen gerettet", hatte die Gewerkschaft Verdi kritisiert. Das Management in Deutschland hat nun die Filialen in der Bundesrepublik unter die Lupe genommen. Für die voraussichtlich 13 vor dem Aus stehenden Märkte habe diese Analyse ergeben, dass sie "sich nicht dauerhaft wirtschaftlich betreiben lassen". Ziel bei den Entscheidungen sei auch eine deutliche Senkung der Mietkosten.

Die beiden Ketten wollten zudem Management-Strukturen vereinfachen und Entscheidungen erleichtern. Die vorübergehende Schließung der Filialen in der Corona-Pandemie hatte Ceconomy bereits im ersten Quartal 2020/21 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft belastet. Das Online-Geschäft florierte dagegen. Ceconomy hatte zudem angesichts der Unsicherheiten um die Dauer und Auswirkungen des Lockdowns in zahlreichen europäischen Ländern im Februar die Jahresprognose über Bord geworfen.

Quelle: ntv.de, tsi/rts

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