Wirtschaft

"Wer sind die Bombenattentäter?" Ryanair-Chef fürchtet alleinreisende Muslime

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Ryanair-Chef O'Leary fällt immer wieder mit provokanten Äußerungen auf.

(Foto: REUTERS)

Wenn muslimische Männer mit ihren Familien reisen, macht sich Ryanair-Chef O'Leary keine Sorgen. Das Risiko, dass sie sich mitsamt ihrer Kinder in die Luft sprengen, sei "verfickt nochmal Null", sagt er in einem Interview. Falls sie allein unterwegs sind, braucht es in seinen Augen aber Racial Profiling.

Der Chef der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich dafür ausgesprochen, muslimische Männer vor dem Abflug strengeren Sicherheitskontrollen zu unterziehen als andere Passagiere. "Wer sind die Bombenattentäter? Es werden alleinreisende Single-Männer sein", sagte Michael O'Leary in einem Interview mit der britischen Zeitung "Times". "Man kann ja nichts sagen, weil das als rassistisch gilt, aber es werden generell Männer muslimischen Glaubens sein." In Begleitung ihrer Familie seien muslimische Männer hingegen grundsätzlich keine Gefahr, meint der für polarisierende Äußerungen bekannte Firmenboss. Das Risiko, dass sie sich mitsamt ihrer Kinder in die Luft sprengen, sei "verfickt nochmal Null".

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Beim sogenannten Racial Profiling, für das sich O'Leary ausspricht, werden Menschen auf Grundlage von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen als verdächtig eingestuft und überprüft. Dieser Vorwurf wurde vergangenes Jahr auch gegen die Kölner Polizei erhoben, nachdem sie mehrere junge Muslime gestoppt und durchsucht hatte. Diese waren irrtümlich unter Terrorverdacht geraten, als sie zum Ende des Ramadans mit langen Gewändern durch den Kölner Hauptbahnhof gelaufen waren und dabei nach Zeugenaussagen "Allahu Akbar" gerufen hatten.

O'Leary ist bekannt für seine polarisierenden Äußerungen und schießt regelmäßig gegen seine eigenen Mitarbeiter und Gewerkschaften. Wegen des andauernden, weltweiten Flugverbots der Boeing 737 Max musste die irische Billigairline zuletzt ihr langfristiges Ziel für das Passagierwachstum kassieren. Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember flog Ryanair dank einer ungewöhnlich starken Nachfrage und gestiegener Ticketpreise dennoch in die schwarzen Zahlen: Unter dem Strich stand ein Gewinn von 88 Millionen Euro nach einem Verlust von 66 Millionen ein Jahr zuvor.

Quelle: ntv.de, chr/dpa