Wirtschaft

Geld macht doch glücklich So kaufen Sie sich Zufriedenheit

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Nein, das ist der falsche Weg.

(Foto: REUTERS)

Wer sich in den nächsten Tagen in die Weihnachtseinkäufe stürzt, sollte vorher unbedingt darüber nachdenken, wofür er sein Geld ausgeben will. Denn wahrscheinlich steht er kurz davor, einen Riesenfehler zu machen.

Geld macht nicht zufrieden? Von wegen, sagt ein Mann, der es wissen muss: "Wer das glaubt, der gibt sein Geld falsch aus." Michael Norton lehrt an der US-Universität Harvard und forscht über dieses Thema. "Wir stecken zu wenig Geld in die Sachen, die uns am meisten glücklich machen", sagt er. Unser Fehler: Wir kaufen Dinge.

Mit Geld Erlebnisse und schöne Erfahrungen zu kaufen, mache Menschen viel glücklicher, als noch so teure Sachen zu besitzen, sagte Norton auf einer Veranstaltung in New York. "Wie groß dein Haus oder wie toll dein Auto ist, hat nichts damit zu tun, wie zufrieden du mit deinem Leben bist."

Dagegen würden schöne Erlebnisse Menschen dauerhaft glücklicher machen – etwa ein Abendessen mit Freunden oder ein Urlaub. "Es scheint merkwürdig, dass Dinge, die vergehen, jemanden glücklicher machen als Dinge, die bleiben", sagte Norton. Doch habe die Forschung genau das herausgefunden.

Das fange schon damit an, dass die Vorfreude auf ein schönes Ereignis glücklich mache. "Für viele Menschen ist der schönste Tag des ganzen Urlaubs der Tag, bevor es losgeht", so der Harvard-Professor. "Warum? Sie sitzen im Büro und sehen durchs Fenster den Schnee. Doch im Geiste ist man schon am Strand und genießt eine Margarita. Und noch besser: Sie blicken sich im Büro um und denken sich, dass die ganzen Penner morgen immer noch hier sind."

Eine vergleichbare Vorfreude auf Smartphone oder Fernseher gebe es nicht, sagte Norton. Zudem verfliege der Spaß schnell - spätestens dann, wenn wir feststellen, dass der Nachbar einen tolleren Fernseher gekauft hat.

Das sei beispielsweise beim Urlaub anders. Auch wenn sich der Flug verspäte, das Hotel enttäusche – im Nachhinein denke man vor allem an die schönen Seiten. "Mit zunehmendem Abstand werden die Erinnerungen immer rosiger", sagte Norton. "Weil Erlebnisse vorbeigehen, erlauben sie uns, eine Wirklichkeit zu schaffen, in der diese Zeit wundervoll war." Und das mache uns glücklicher.

Zufriedenheit wird demnach gesteigert, indem man eine schöne Zeit verbringt – und nicht, indem man teure Sachen kauft.

Es gibt Norton zufolge noch eine andere Möglichkeit, um Zufriedenheit zu erlangen: Wenn man das Geld nicht für sich, sondern für andere ausgibt. Das freue nicht nur die Beschenkten, sondern sorge auch bei einem selbst in der Regel für Glücksgefühle.

Quelle: ntv.de