Wirtschaft

Arbeitslosenzahlen bleiben hoch US-Bürger verlieren Lust am Shopping

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Die zweite Welle der Pandemie trifft die USA hart, das wirkt sich auf die Verbraucherstimmung aus.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Das Weihnachtsgeschäft dürfte für viele Händler in den USA dieses Jahr etwas bescheidener ausfallen. Die Konsumlaune der Bürger ist so schlecht wie seit dem Sommer nicht. Schon im November haben sie ihre Ausgaben überraschend stark heruntergeschraubt.

Angesichts der neuen Corona-Welle haben die US-Bürger die Lust am Shopping verloren. Ihre Konsumausgaben fielen im November 0,4 Prozent niedriger aus als im Vormonat, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Das war der erste Rückgang seit April. Ökonomen hatten mit einem Minus gerechnet, waren aber nur von 0,2 Prozent ausgegangen. Noch im Oktober hatte es einen Anstieg von 0,3 Prozent gegeben.

Die Konsumenten bilden mit ihren Ausgaben das Rückgrat der US-Wirtschaft, die sich im Sommer mit einem Rekordwachstum zurückgemeldet hatte: Das Bruttoinlandsprodukt stieg auf das Jahr hochgerechnet um 33,4 Prozent, wobei insbesondere die Verbraucher kräftig Anschubhilfe leisteten. Für das ablaufende vierte Quartal rechnen Experten mit einem Plus von weniger als fünf Prozent.

Über 800.000 neue Arbeitslose pro Woche

Wichtigster Grund für die Zurückhaltung der Verbraucher dürfte die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sein. In der vergangenen Woche stellten 803.000 Amerikaner einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Das waren zwar 89.000 weniger als in der Vorwoche, doch die Zahlen bleiben auf hohem Niveau. Millionen von Arbeitsplätzen sind in der Corona-Krise verloren gegangen und bislang nicht wiedergewonnen worden. Zum Vergleich: Vor der Krise hatten die wöchentlichen Anträge meist bei rund 200.000 gelegen.

Die anhaltende Unsicherheit trübt die Konsumlaune, zum Jahresende hat sich die Stimmung so stark verschlechtert wie seit August nicht mehr. Das Barometer für die Verbraucherlaune fiel im Dezember überraschend auf 88,6 Zähler von 92,9 Punkten im November, wie das Institut Conference Board ermittelte. Das Barometer tendiert weit unter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie: Im Februar notierte es bei gut 132 Punkten.

Mit dem Anstieg der Infektionszahlen hatten zuletzt mehrere Bundesstaaten Einschränkungen zum Kampf gegen das Coronavirus verschärft - wie etwa das Verbot, in Restaurants zu essen. Insgesamt bezogen in den USA nach jüngsten Zahlen rund 20,4 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe. Ein Jahr zuvor waren es lediglich rund 1,7 Millionen gewesen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts

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