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Coronavirus färbt US-Börsen rot Amazon kehrt in Billionen-Dollar-Klub zurück

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(Foto: picture alliance / -/XinHua/dpa)

Das Coronavirus macht der chinesischen Wirtschaft schwer zu schaffen. Die Ratingagentur Fitch warnt, die Krise könnte das chinesische Wachstum 2020 auf 5,4 Prozent drücken. In Zeiten globaler Liefer- und Handelsketten leiden darunter auch US-Unternehmen. Fast nur Amazon trotz den Sorgen.

Die Furcht vor einem Dämpfer für die Weltwirtschaft durch den Coronavirus-Ausbruch hat die US-Anleger weiter gefangen gehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am späten Freitagabend in New York um 2,1 Prozent tiefer bei 28.256 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 1,7 Prozent auf 3225 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,6 Prozent auf 9150 Punkte.

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Sorgen bereitete Anlegern die rasche Ausbreitung des Erregers. Fluglinien stellten Verbindungen nach China ein, wo die Krankheit ihren Ausgang nahm. Außerdem verlängerte die Regierung in Peking die Neujahrsfeiertage. Die Experten der Ratingagentur Fitch warnten, dass diese Krise das chinesische Wachstum 2020 auf 5,4 Prozent drücken könnte. Bislang rechneten sie mit einem Plus von 5,9 Prozent.

Die Erfahrung aus der Sars-Pandemie von 2002/2003, deren Erreger dem Coronavirus ähnelt, lehre, dass die Aktienmärkte vor allem in Asien fallen werden, bis sich die Zahl der Neuinfektionen stabilisiere, sagte Anlagestratege Robert Buckland von der Citibank. In erster Linie kämen konjunkturabhängige Werte unter die Räder. Er rate allerdings, Kursrücksetzer zum Einstieg zu nutzen.

"Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen"

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Bei den Unternehmen stach nach Vorlage überzeugender Geschäftszahlen Amazon heraus. "Die Zahlen haben die Erwartungen der Wall Street in jeder Hinsicht übertroffen", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Die Aktien des Online-Händlers stiegen mehr als 9 Prozent. Außerdem kehrte das Unternehmen in den exklusiven Zirkel der Firmen mit einem Börsenwert von mehr als einer Billion Dollar zurück.

Die Titel von Visa rutschten dagegen trotz eines Umsatz- und Gewinnanstiegs um 3 Prozent ab. Analysten hatten auf mehr gehofft. Bei genauerem Hinsehen laufe das Geschäft aber weiter gut, konstatierte Analyst Trevor Williams von der Investmentbank Jefferies. Die Aktie werde sicher rasch wieder zulegen.

Gefragt waren die Anteilsscheine von IBM mit einem Kursaufschlag von über 5 Prozent. Die Chefin des IT-Dienstleisters, Ginni Rometty, tritt zurück. Ihre Nachfolge soll ab April Arvind Krishna antreten, der sich bislang um das Cloud-Geschäft gekümmert hat. IBM steckt in einem tiefgreifenden Umbruch.

Der Coronavirus-Ausbruch drückte auch auf die Stimmung an der Frankfurter Börse. Der Dax verlor 1,3 Prozent auf 12.981,97 Punkte.

Quelle: ntv.de, chr/rts