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Der Hase hat ausregiert, ....
... der Drache übernimmt den Thron.
Denn am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, zwischen dem 21. Januar und 21. Februar, ...
... beginnt das chinesische Jahr. Der Tag fällt 2012 auf den 23. Januar.
Das Jahr des Hasen endet damit, ...
... das Jahr des Drachen beginnt.
Das wird ganz groß gefeiert.
Das Neujahrsfest gilt als der wichtigste chinesische Feiertag.
Gefeiert wird es vor allem in Ostasien (China, Taiwan, Vietnam, Korea, Mongolei), ...
… aber auch in vielen anderen Ländern und Gebieten mit einem großen Bevölkerungsanteil an Chinesen. (Im Bild: Vorbereitungen auf das chinesische Neujahrsfest in Denpasar, Bali, Indonesien)
Sogar in Japan nimmt man Bezug auf das Jahr des Drachen, obwohl das japanische Neujahrsfest seit 1873 schon am 1. Januar gefeiert wird.
Und auch die Chinesen in Australien begehen dort ihr Neujahrsfest.
In China gibt es offiziell drei freie Tage. Die Feierlichkeiten dauern bis zum 15. Tag des neuen Jahres ...
... und enden mit dem Laternenfest.
Das fällt im Jahr 2012 auf den 6. Februar.
Die Vorbereitungen für das Neujahrsfest beginnen schon Tage und Wochen vorher.
Die Häuser werden mit Bambuszweigen gereinigt und dann dekoriert, …
… meist mit Laternen und Papierbändern in Rot, ...
... denn Rot gilt in China als Farbe des Glücks, der Freude und des Wohlstands.
Die Frauen tragen dann sogar extra rote Unterwäsche - eben weil das Glück bringen soll.
Goldene Glückszeichen werden im Haus angebracht ...
... und Spruchbänder an die Tür gehängt.
Generell wird vor dem Neujahr alles erneuert: Man streicht Wände, kauft sich neue Kleidung ...
... und geht zum Friseur.
Und man kauft ein. Ganz wichtig ist dabei ...
... neben den Lebensmitteln fürs Festtagsessen: ...
... das Feuerwerk.
Ohne Feuerwerk ...
... und Böller keine Feier in China.
Wenn es dann soweit ist, kommt das Milliardenreich für mindestens eine Woche praktisch zum Stillstand.
In einer Art Völkerwanderung reisen Millionen Chinesen in ihre Heimatorte.
Da viele Chinesen im Ausland leben, setzt jedes Jahr anlässlich dieses Festes eine gigantische weltweite Wanderungsbewegung ein.
Die Auslands-Chinesen sparen in der Regel Urlaubstage auf, um zum chinesischen Neujahrsfest für zwei oder mehr Wochen ...
... in der Heimat mit der Familie feiern zu können.
Es wird geschätzt, dass während der Feiertage mit privaten und öffentlichen Transportmitteln, ...
... vor allem mit der Bahn, etwa 2,5 Milliarden Einzelreisen gemacht werden.
Am Vorabend des Neujahrsfestes, auch Frühlingsfest genannt, ...
... werden traditionell kleine Teigtaschen vorbereitet, "Jiaozi", ...
... deren Form an alte chinesische Geldstücke erinnert und die deswegen Glück und Reichtum verheißen sollen. Sie isst man am Neujahrstag.
Den ganzen Abend über wird Feuerwerk gezündet.
Viel Feuerwerk. Das laute Knallen und die rote Farbe sollen die Bestie Nian vertreiben, ...
... die sich angeblich vor Feuer und Lärm fürchtet.
Manchem ist das allerdings zu viel Krach - und Müll: Die Behörden der taiwanischen Hauptstadt Taipeh verteilen in diesem Jahr kostenlose CDs mit den Geräuschen von explodierenden Feuerwerkskörpern. "Silvesterknaller sind nicht nur laut ...
... und verschmutzen die Luft, sondern müllen mit ihren leeren Hüllen die Straßen voll, wenn sie abgebrannt sind", erklärte die Hauptstadtregierung. Sie forderte alle Feiernden auf, sich mit der Knallerei zurückzuhalten.
Der erste Tag des neuen Jahres wird im Kreise der Familie verbracht, die Verwandten werden besucht.
Zudem gedenkt man der Ahnen und erweist ihnen Respekt, ...
... indem man zum Beispiel vor Ahnentafeln Räucherstäbchen opfert.
Während der gesamten Feiertage werden Theateraufführungen in Klöstern und Tempeln besucht.
Beim Laternenfest zum Abschluss der Neujahrsfeiern am fünfzehnten Tag ...
... gehen die Menschen mit kleinen Lampions auf die Straßen.
Zudem werden ganze Plätze ...
... von großen, fest aufgestellten Laternen ...
... in buntes, meist rotes Licht getaucht.
Diesmal begrüßen die Chinesen am 23. Januar das Jahr des Drachen.
Die chinesischen Tierkreiszeichen wiederholen sich in einem Zyklus von zwölf Jahren.
Jedem dieser Jahre wird ein Tier zugeordnet - Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Schwein - ...
… dem gewisse Charaktereigenschaften zugesprochen werden.
Der Drache ist in China ein Symbol für Macht, Rechtschaffenheit und Wohlstand.
Die im Jahr des Drachen geborenen Menschen gelten als geistreich und einzelgängerisch.
Zudem sollen sie energiegeladen, leicht erregbar, ungeduldig und hartnäckig sein, ....
... zuverlässig, ehrlich, mutig. Menschen, die im Jahr des Drachen ...
... geboren sind - das wären zum Beispiel die Jahrgänge 1916, 1928, 1940, 1952, 1964, 1976, 1988 und 2000 - strahlen laut chinesischem Horoskop Selbstvertrauen aus, streben nach Harmonie und Rechtschaffenheit.
Sie sollen bemüht sein, stets ihre positiven Eigenschaften zu zeigen, sind gern Vorbild für andere, übertreiben dabei aber manchmal.
Drachen-Kinder haben angeblich einen festen Willen und sind erfolgreich.
All das macht sie zu geborenen Anführern.
Der Drache gilt in China zudem als ein Glücksbringer.
Chinesische Paare heiraten gerne im Drachenjahr und wünschen sich am liebsten auch ein "Drachen-Kind", da diese neben all den anderen positiven Eigenschaften als vom Glück gesegnet gelten. Wenn nun nach zwölf Jahren wieder das Jahr des Drachen anbricht, ...
... wird es daher in Asien einen Babyboom auslösen. Für Geburtskliniken in Ländern mit vorwiegend chinesischer Bevölkerung beginnt eine hektische Zeit.
In den vergangenen Drachen-Jahren stiegen in China und Ländern wie Taiwan und Singapur die Geburtenraten steil an.
Dieses Mal wird in China mit einem Anstieg von fünf Prozent gerechnet, was die Bevölkerungszahl von 1,3 Milliarden trotz Ein-Kind-Politik weiter in die Höhe treibt.
Die zwölf Tierzeichen sollen sogar Einfluss auf das Investmentklima haben.
Der "Feng-Shui-Index" sagt für das Jahr des Drachen ...
... einen eher langsamen Start ins Jahr und einen Höhepunkt im August und September voraus.
Diese beiden Monate sollen also die besten für ein Investment sein.
Den zwölf Tieren des Horoskops werden zudem zyklisch die Elemente Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde zugeordnet - 2012 beginnt daher das Jahr des Wasser-Drachen.
Der Charakter des Wasser-Drachen gilt als temperamentvoll und visionär. Man soll also für 2012 mit Innovationen rechnen, ...
... die die Welt im Kleinen und im Großen verändern.
Viel Neues soll geschaffen werden, auch auf politischer Ebene.
Laut chinesischer Astrologie bedeutet das fürs neue Jahr: 2012 werden neue Richtlinien gesetzt, die bis weit in die Zukunft gültig bleiben werden.
Mammut-Projekte werden in Angriff genommen.
Es ist also damit zu rechnen, dass in den kommenden Monaten viel Neues und Großartiges passiert - wenn man denn an das Chinesische Horoskop glauben will. Aber auch sonst steht fest: Es kommt, wie immer, viel Neues auf uns zu.
Das "Jahr des Drachen" endet am 9. Februar 2013 - am 10. Februar beginnt das "Jahr der Schlange". (Text: Andrea Beu)
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