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Spurwechsel erlaubt Computergelenkte Autos dürfen bald 130 fahren

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Auch der Bundesrat hatte kürzlich bewilligt, dass Zulassung und Betrieb autonomer Autos auf ausgewiesenen Strecken in Deutschland möglich sind.

(Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Auch wenn es für viele noch eine reine Vorstellung ist, mancherorts sind schon autonom fahrende Autos unterwegs - etwa Robotaxis in den USA. Ein Forum der UN-Wirtschaftskommission beschließt nun, dass computergelenkte Autos in Zukunft viel schneller fahren dürfen als bisher.

Computergelenkte Autos dürfen bald mit höherer Geschwindigkeit als bislang etwa auf Autobahnen unterwegs sein. Das beschloss das Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften der UN-Wirtschaftskommission (UNECE) in Genf. Die Höchstgeschwindigkeit beim autonomen Fahren in bestimmten Verkehrssituationen wird von 60 auf 130 Kilometer in der Stunde angehoben. Auch Spurwechsel werden erlaubt.

Die Entscheidung hatte sich Anfang Juni angebahnt, als eine Arbeitsgruppe grünes Licht gab. Die Regel kann im Januar nächsten Jahres in Kraft treten, teilte die UNECE mit. Nach ihren Angaben hat die EU die Umsetzung bereits angekündigt. Dafür müssen nationale Bestimmungen angepasst werden. Mehr als 50 Länder in aller Welt gehören dem Abkommen an, darunter die EU-Länder. Die USA, China und andere regulieren das autonome Fahren nach eigenen Standards.

Bislang ist automatisiertes Fahren in Deutschland auf bestimmte Verkehrssituationen auf der Autobahn beschränkt, etwa bei Staus. Bei kritischen Situationen wie Tunneln oder bei der Gefahr von Glatteis, die Autos automatisch durch Kameras und Sensoren erfassen, müssen Fahrer alarmiert und das autonome Fahren ausgesetzt werden. Mercedes bietet als erster deutscher Hersteller ein Fahrzeug mit entsprechendem Bordcomputer an. In den USA erlauben Bundesstaaten wie Kalifornien und Arizona auch den Betrieb autonomer Fahrzeuge im allgemeinen Straßenverkehr, etwa als kommerzielle Robotaxi-Dienste.

Damit auch Deutschland eine Vorreiterrolle bei Roboterautos einnehmen kann, hatte der Bundesrat kürzlich den Betriebs- und Zulassungsregeln der Regierung zugestimmt.

In Deutschland ist Mercedes-Benz als erster Hersteller mit einem Auto am Start, das bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde zeitweise autonom fahren kann - und für diese Zeit auch statt des Fahrers die Verantwortung trägt. Nach gängiger Klassifikation gilt das als Level 3 beim autonomen Fahren, während Fahrassistenten, bei denen weiter der Mensch am Steuer verantwortlich ist, noch unter Level 2 fallen.

Die Anpassung der UN-Regeln bedeutet, dass ein Level-3-System für Geschwindigkeiten von mehr als 60 Kilometern pro Stunde international angeboten werden darf, wie ein Mercedes-Sprecher Anfang Juni erklärt hatte. Jedoch müssten auch die nationalen Straßenverkehrsgesetze den Betrieb eines entsprechenden Systems erlauben, das in Deutschland letztlich durch das Kraftfahrzeug-Bundesamt (KBA) zertifiziert werde.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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