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Da ist einiges in der Pipeline Das Brennstoffzellen-Motorrad naht

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Die Xiaomi-Tochter Segway hat bereits im Frühjahr 2021 angekündigt, das Wasserstoffmotorrad Apex H2 bauen zu wollen.

(Foto: Segway)

Batteriebetriebene Motorräder kranken an mangelnder Reichweite und einem sehr hohen Anschaffungspreis. Eine Alternative ist die Brennstoffzelle und die Befeuerung mit Wasserstoff. Erste ernst zu nehmende Ideen stammen aus China und Frankreich. Und die könnten schon in nächster Zeit Realität werden.

Wasserstoff wird in Zukunft als Energieträger eine wichtige Rolle beim Senken der CO2-Emissionen im Mobilitätssektor zukommen. Aktuell machen im Pkw-Bereich allerdings Batterien als Speichermedium das Rennen. Das Interesse an Wasserstoff bleibt dennoch hoch. Derzeit gilt die Technik vor allem im Lkw-Sektor als vielversprechend, da Lithium-Batteriespeicher aufgrund ihrer niedrigen Energiedichte für Fernverkehr-E-Laster gigantische Ausmaße erreichen würden. Mit Wasserstofftanks und Brennstoffzellen sind hingegen große Reichweiten bei relativ wenig Bauraum und Gewicht erreichbar.

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Die Apex H2 kommt in vielen Belangen einem mit Verbrenner betriebenen Motorrad sehr nah.

(Foto: Segway)

Genau dieser Umstand macht darüber hinaus eine Anwendung von Wasserstoff auch im Zweirad-Sektor interessant. In jüngster Zeit haben allerdings nur Newcomer konkrete Vorschläge für Wasserstoffantriebe beim Motorrad unterbreitet, während sich die Branchengrößen bei dieser Technologie noch bedeckt halten. Dabei könnte die Brennstoffzelle dem E-Motorrad den Weg aus der Nische ebnen. Soll das Elektro-Bike halbwegs zufriedenstellende Reichweiten und Fahrleistungen bieten, werden mächtige und damit schwere und preistreibende Akkus benötigt. Und selbst damit eignen sich die teuren Einspur-Stromer in der Regel nur für Kurztrips oder den Einsatz im Stadtverkehr.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass sich lange Ladezeiten vermeiden ließen. Zudem ließe sich mit der Brennstoffzellen-Technik das Dilemma von Gewicht und Reichweiten, das E-Motorrädern momentan mehr als unattraktive macht, in ein besseres Verhältnis rücken. Erstens ließe sich die Speicher- und E-Antriebstechnik vergleichsweise kompakt und mit moderatem Gewicht im Rahmen unterbringen. Zweitens könnte Wasserstoff für große Reichweiten in wenigen Minuten nachgetankt werden. Sollte es eine entsprechende Versorgungsinfrastruktur geben, wäre das Brennstoffzellen-Bike somit auch für lange Touren zu gebrauchen.

Das Problem des Brennstoffzellen-Antriebs

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Das mächtige Vorderrad dürfte bei einer Serien-Apex H2 nicht zwischen der Telegabel rollen.

(Foto: Segway)

Ein Problem bei Brennstoffzellen-Antriebe für Motorräder ist momentan noch die Versorgung und die Speicherung von des Wasserstoffs. Die derzeit in Brennstoffzellen-Pkw eingesetzten Hochdrucktanks scheinen im Zweirad-Sektor wenig geeignet. Die derzeit erfolgversprechendste Lösung könnte das Speichern des leicht flüchtigen Gases in kompakten Kartuschen sein, die sich mit wenigen Handgriffen auswechseln lassen. Ein solches Konzept hat in diesem Jahr Segway, Tochterunternehmen des chinesischen Elektronik-Riesen Xiaomi, mit dem angeblich bereits seriennahen Motorrad Apex H2 vorgestellt.

Das voll verkleidete Bike mit vorne wie hinten einarmig geführten Rädern soll über einen 82 PS starken E-Antrieb verfügen, der den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in drei Sekunden und maximal 150 km/h erlaubt. Für die Stromversorgung sorgt eine nicht näher spezifizierte Kombination aus Brennstoffzelle und Pufferbatterie. Der zur autarken Stromerzeugung benötigte Wasserstoff wird in drei Kartuschen gespeichert, die seitlich an der Apex angebracht sind. Wie weit das E-Bike damit insgesamt kommt, verrät Segway nicht, allerdings soll nach Herstellerangaben für die Apex ein Gramm Wasserstoff für einen Kilometer reichen. Zum Vergleich: Das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai braucht mindestens die zehnfache Menge.

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In China feierte das XCell-Konzept von X-Idea seine Messepremiere. Gut zu sehen sind vorne die vier wechselbaren Wasserstoff-Kartuschen.

(Foto: X-Idea)

Um die Apex H2 in die Produktion zu bringen, hat Segway eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Sollten sich in bis Jahresende genügend Interessenten finden, will das Unternehmen das Wasserstoffmotorrad bereits 2023 in Serie bauen. Der Preis soll unter 10.000 Euro liegen und ist damit deutlich attraktiver als bei derzeit erhältlichen batteriebetriebenen Elektromotorrädern.

Futuristisches Design und Realität

Bereits im Oktober 2021 hat die chinesische Designfirma X-Idea den Designentwurf XCell präsentiert, ein futuristisch gezeichnetes Motorrad mit Brennstoffzellenantrieb. Form und Sitzposition dieser Studie sind variabel. Ob Chopper oder Sportmotorrad - der Fahrer kann dies nach Tagesform entscheiden. Wie beim Apex H2 ist auch hier ein E-Antrieb mit Brennstoffzelle angedacht. Der für die Stromerzeugung benötigte Wasserstoff kommt ebenfalls aus kleinen Kartuschen. Zur Antriebstechnik wurden allerdings keine Details genannt. Konkrete Pläne für den Bau gibt es demnach wohl ebenfalls nicht.

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Mob-Ion aus Frankreich hat zusammen mit Stor-H einen Brennstoffzellen-Roller entwickelt.

(Foto: Mob-Ion)

Wesentlich konkreter ist hier die französische Firma Mob-Ion mit dem E-Scooter AM1, der mit einem Brennstoffzellen-Antrieb möglicherweise schon 2023 in Serie gebaut werden könnte. Technisch basiert der 50er-Roller auf dem konventionellen E-Roller AM1, der von einem 4 PS starken Nabenmotor im Hinterrad angetrieben wird. Dort wo eigentlich die Traktionsbatterie Platz findet, haben die Franzosen eine Brennstoffzelle des Partners Stor-H implantiert. Diese Technik spart gegenüber der reinen Akkulösung Gewicht und Platz.

Entsprechend bietet der AM1 mit Brennstoffzelle mehr Stauraum unter der Sitzbank. Der zum Betrieb der Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff kommt auch hier aus mobilen Minitanks. Die kleinen und nachfüllbaren Kartuschen können dank eines integrierten Metallschwamms größere Mengen Wasserstoff bei einem vergleichsweise niedrigen Druck von 9 bis 10 bar speichern. Die kleinen Behälter, so die Idee, würden in einem Tauschsystem zirkulieren; ist ein Tank leer, lässt er sich gegen einen vollen ersetzen. Wie in den zuvor beschriebenen Beispielen skizziert, könnte die Brennstoffzelle hinsichtlich Kosten, Reichweite und Alltagstauglichkeit eine durchaus interessante Option für Zweiradhersteller sein.

Aktuell setzen auch die Großen der Branche auf batterieelektrische Lösungen in ihren CO2-Vermeidungsstrategien. Selbst von Herstellern aus dem wasserstoffaffinen Japan sind derzeit keine konkreten Impulse für eine Brennstoffzellenzukunft im Motorradbereich erkennbar. Allerdings haben sich erst jüngst Kawasaki und Yamaha mit einigen Autoherstellern wie Mazda und Toyota offiziell in einer Partnerschaft zusammengefunden, in der man die Einsatzmöglichkeiten alternativer und klimafreundlicher Kraftstoffe in Verbrennungsmotoren erforschen will. Speziell die Motorradhersteller wollen dabei unter anderem auf Wasserstoff als Energieträger setzen. Womöglich könnte diese Initiative irgendwann auch Brennstoffzellen-Anwendungen den Weg in die Zweiradzukunft der etablierten Motorradhersteller ebnen.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x

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