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Kopfschutz im Zeichen des Hais Shark Spartan GT - nicht nur für Racer

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Motorradhelme sollen den Kopf schützen und im besten Fall noch universell einsetzbar sein. Der Shark Spartan GT ist ein solches Exemplar.

(Foto: Holger Preiss)

Den richtigen Motorradhelm zu finden, ist gar nicht so einfach. Zumal, wenn neben der gepflegten Landstraßentour oder dem Stadtabenteuer auch mal am Hahn gezogen werden soll. Ein Helm, der alles verspricht, ist der Shark Spartan GT. Aber kann er es im Test halten?

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Den Shark Spartan GT gibt es in den Größen XS bis XXL.

(Foto: Holger Preiss)

Wie individuell Körperteile sind, merkt man spätestens, wenn man als Motorradfahrer die richtige Ausrüstung sucht. Da ist nichts Jacke wie Hose, jedes Teil will anprobiert werden und muss einfach hundertprozentig sitzen. Denn am Ende soll es nicht nur gut aussehen, sondern bei allen Eventualitäten auch schützen. Das gilt vor allem für den Kopf, auf den hierzulande beim Fahren eines Zweirades eben auch ein Helm gehört. Davon, wie schwer es ist, hier den richtigen zu finden, kann der Autor ein Lied singen.

Um so glücklicher war er, als für diese Saison der Shark Sparta GT Elgen zum ntv.de-Test antrat, denn dieses Stück aus der französischen Helm-Schmiede überzeugte bereits in dem Moment, als er über das Haupt des Schreibers gestülpt wurde. In Größe M geordert, schmiegte sich der Sparta GT fest an, ohne die Ohren oder die Stirn auf längere Sicht zu malträtieren. Auch das Gewicht von 1500 Gramm machte sich ob des hervorragenden Sitzes nur wenig bemerkbar. Da gibt es andere Helme, die auf der Waage leichter sind, auf dem Kopf aber deutlich schwerer wiegen.

Feines Innenleben

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Der Shark Spartan GT verfügt über eine Notfallentriegelung und über einen Doppel-D-Ring-Kinnverschluss.

(Foto: Holger Preiss)

Auch das Innenmaterial aus Alvotech-Textil, das, so verspricht es der Hersteller, antibakterielle Eigenschaften haben soll, macht auf der Haut einen guten Eindruck. Wenn hier antibakteriell steht, heißt das übrigens nicht, dass es vor Krankheiten schützt, sondern vielmehr, dass der Helm nicht so schnell den typischen Geruch seines Trägers annimmt. Wenn doch, kann selbstredend das gesamte Innenteil mit ein paar Handgriffen nach dem Lösen der Klettverbindungen und Öffnen der Druckknöpfe entfernt werden. Für den Fall der Fälle gibt es auch eine Notfallentriegelung für die Wangenpolster und einen Doppel-D-Ring-Kinnriemenverschluss.

Für Freunde der mobilen Kommunikation hat Shark Platz für die hauseigene Gegensprechanlage geschaffen. Viel wichtiger war aber für den Autor, ob er problemlos seine Brille unter den Helm bekommt. Die Antwort ist ebenso erfreulich wie einfach: Ja. Auch die Antibeschlag-Behandlung des Visiers war bei den momentan noch etwas frostigen Temperaturen eine feine Sache. Wer das Beschlagen komplett vermeiden will, der benutzt den erfreulicherweise bereits beiliegenden Pinlock.

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Die Visierverschlüsse machen einen schnellen Wechsel des Visiers möglich.

(Foto: Holger Preiss)

Das ist schnell gemacht, denn das Hauptvisier lässt sich über zwei Verschlüsse an den Seiten in Windeseile wechseln. Klappe halb öffnen, dann auf beiden Seiten die mit Federn versehenen Verschlüsse entriegeln, sodass sie herausspringen. Jetzt lässt sich das Visier einfach vom Helm abziehen. Um es wieder einzusetzen, werden die Riegel ausgerichtet, das Visier aufgesteckt und die Riegel heruntergedrückt. Schon ist der Helm wieder einsatzbereit.

Mit dem kann man auch richtig schnell

Angeboten wird der Shark Sparta GT Elgen als Sport-Touring-Helm, das heißt, er soll beim lockeren Flug über die Landstraße ebenso taugen wie beim Angasen auf den freien Autobahnstücken und den einen oder anderen sogar auf dem Rundkurs den Kopf retten. Dafür hat der Sparta GT Elgen einige Beigaben. Zum Beispiel lässt sich das über sehr feine Raster öffnende und schließende Visier in der geschlossenen Stellung verankern. Zum Öffnen muss er über einen Federmechanismus oberhalb des etwas klein geratenen Lüftungsschiebers am Kinnteil entriegelt werden. Das ist mit dickeren Handschuhen nicht ganz einfach, wenn man aber das Ziel gespeichert hat, geht's.

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Mit dickeren Handschuhen lassen sich die Belüftungs-Schieber und die Visier-Entriegelung nur mit etwas Übung gut bedienen.

(Foto: Holger Preiss)

Zu loben ist auch die Sonnenblende, die über einen Schieberegler auf dem Helm bedient wird. Einmal über den Kopf gewischt, ist sie geschlossen, die Gegenbewegung öffnet sie wieder. Schön ist, dass sie im ersten Zustand wirklich bis unten abschließt und keinen, wie man es häufig erlebt, unschönen Lichtdurchlass bietet. Auch die Belüftung des Kopfes ist beim Sparta GT Elgen erstaunlich gut. Anders als bei vielen Konkurrenzprodukten ist hier der Lüftungsschieber nicht ein einzelner Hebel, sondern eine aufgesetzte Schiebeplatte, unter der sich auch der Zugang zu den EPS-Kanälen befindet. Die ermöglichen es, dass die sich im Helm sammelnde heiße Luft im wahrsten Sinne des Wortes ausgeblasen wird. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Luftauslassschieber, der sich zwischen den Spoilern am Hinterkopf befindet, geöffnet ist.

Apropos Spoiler, die sind nicht nur dafür da, die schon erwähnten Luft-Auslässe zu kaschieren, sondern haben tatsächlich auch eine aerodynamische Funktion. Bis dato hatte der Autor noch keinen Helm, der bei über 200 km/h so windstabil war. Während andere Helme - gerade bei einem Hyper Naked Bike - gerne den Verwirbelungen ab 180 km/h nachgeben und der Fahrer bereits nach wenigen Kilometern merkt, dass er doch nicht den Stiernacken hat, um das lange zu halten, zieht der Sturm am Sparta GT Elgen einfach nur vorbei. Selbst ein Schulterblick beim Überholen ist möglich, ohne dass der Helm sich seitlich über die Nase schiebt oder andere Sperenzchen macht.

Laut oder leise?

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Der Schieberegler für die Sonnenblende befindet sich auf der Oberseite des Helms.

(Foto: Holger Preiss)

Wer jetzt doch noch meckern will, der kann das über die Lautstärke machen, die bereits bei 130 km/h bei gemessenen 100 bis 102 Dezibel liegt. Aber mal ganz ehrlich - ein Kammerkonzert hat schon 90 Dezibel und eine U-Bahn ist mit 100 Dezibel unterwegs. Was ich damit sagen will, ist, dass auch das Geräuschempfinden sehr subjektiv ist. Was dem einen zu laut ist, kann der andere gut ertragen. Insofern war das subjektive Empfinden des Autors, dass der Sparta GT nicht übermäßig laut war.

Wer jetzt tatsächlich noch einen Kritikpunkt haben möchte, der soll ihn bekommen: Das Sichtfeld unten ist beim Spartan GT doch etwas eingeschränkt. Soll heißen, dass der Fahrer, will er seine Armatur ablesen, den Kopf doch recht weit nach unten bewegen muss. Aber wäre das anders, wären auch die hohen Geschwindigkeiten ohne Kopfschütteln kaum möglich. Es ist als wie immer: Wer das eine will, der muss das andere mögen.

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Dank seiner Spoiler ist der Shark Spartan GT aerodynamisch auch auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt.

(Foto: Holger Preiss)

Fazit: Am Ende ist es so, dass man am Shark Sparta GT Elgen mehr mag und der Helm hier eine uneingeschränkte Empfehlung bekommt. Mit 470 Euro ist er kein Billigheimer, will er aber auch gar nicht sein. Denn die Verarbeitung ist ebenso wertig wie die benutzten Materialien.

Wie der Helm sich über die Zeit schlägt, kann an dieser Stelle natürlich noch nicht gesagt werden, aber die schon erwähnte Visier-Rasterung und die Schieberegler für Sonnenblende und Belüftung machen nicht den Eindruck, als würden sie morgen den Geist aufgeben. Insofern sollten die knapp 500 Euro in den Shark Sparta GT Elgen gut investiertes Geld sein. Denn am Ende geht es schließlich um nichts Geringeres als den eigenen Kopf.

Quelle: ntv.de