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Autofahrer als Gewohnheitstier Studie sieht kaum Wechselwillen zum E-Auto

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Strom statt Kraftstoff - aktuell zeigt sich die Mehrheit der Autofahrer aber wenig wechselwillig.

imago/Sebastian Geisler

Egal ob Diesel oder Benziner: Ein Großteil der Autofahrer will auch in Zukunft auf den Motor ihres Vertrauens setzen. Zum E-Auto würden nur wenige wechseln. Abschreckend wirkt vor allem die geringe Reichweite der Elektro-Flitzer.

Der Traum der Hersteller vom schnellen Erfolg der Elektroautos könnte nach einer Studie des Zulieferers Continental am Beharrungsvermögen der Autofahrer scheitern. Demnach würden sich mehr als 80 Prozent der Befragten in Deutschland und China - in den USA sogar mehr als 90 Prozent - für denselben Motortyp wie in ihrem derzeitigen Auto entscheiden, ergab eine Mobilitätsstudie des Dax-Konzerns.

Nur in Japan gebe es eine "gewisse Wechselbereitschaft" - dort könne sich ein knappes Viertel der Befragten ein anderes Antriebssystem vorstellen. Autofahrer seien bei der Wahl des Antriebs heute eher konservativ und setzten auf Bewährtes, erklärte der Chef der Continental-Sparte Powertrain, Andreas Wolf. Dies gelte es mit Blick auf die Elektromobilität zusätzlich zu bekannten Reichweiten-Ängsten zu berücksichtigen. Allerdings erwartet er "eine deutlich höhere Akzeptanz für alternative Antriebskonzepte in den kommenden Jahren".

Für die Studie hatte das Infas-Institut im Auftrag von Conti je rund 1000 Menschen in Deutschland, den USA, Japan und China befragt. Etwas anders fiel das Ergebnis beim Diesel aus: 30 Prozent der Befragten in Deutschland haben einen Diesel, und ein Drittel dieser Autofahrer könne sich vorstellen, mit einem neuen Auto die Antriebsart zu wechseln. 17 Prozent hätten dies fest vor.

Unabhängig vom Dieselmotor könne sich unter jungen Fahrern bis zum Alter von 30 jeder Fünfte beim nächsten Auto einen Wechsel vorstellen. Ein gespaltenes Verhältnis haben deutsche Autofahrer der Studie zufolge zu automatisiertem Fahren: Zwar würden sich zwei Drittel der Befragten gerne durch Staus oder enge Baustellen chauffieren lassen, aber gleichzeitig sei der Anteil der Zweifler in Sachen Zuverlässigkeit in den vergangenen fünf Jahren von 48 auf 57 Prozent gestiegen.

In allen Ländern schätzten Autofahrer zudem die Vorteile der Digitalisierung rund um Navigation, Parken oder Verkehrsleitsysteme. Vor allem in Deutschland aber lehne eine Mehrheit die Nutzung von Daten zum Fahrverhalten für Versicherungen ab. In den USA und China sei die Euphorie deutlich größer. Das gilt auch für fahrerlose Robo-Taxis, die ein Drittel der Befragten in Deutschland nutzen würde - Amerikaner, Chinesen und Japaner sehen dies der Studie zufolge positiver. Dafür steht in Deutschland der öffentliche Nahverkehr am höchsten im Kurs, Carsharing wiederum lehnte die Mehrheit der Befragten hierzulande ab.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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