Auto

Bestellstopp ist beschlossen VW nimmt Plug-in-Hybride aus dem Programm

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Der Stopp gilt für alle teilelektrifizierten Modelle, auch für den Tiguan.

(Foto: VW)

Der Krieg in der Ukraine, die Chip-Krise und die unklare Förderprogramm-Situation bringt Volkswagen dazu, nach Audi einen Bestellstopp über die gesamte Palette seine Plug-in-Hybrid-Modelle auszusprechen. Hinzu kommt, dass die Verkäufe der PHEV in den letzten Monaten massiv gesunken sind.

Viele Monate lang war der Plug-in-Hybrid das beliebtere Elektroauto. Zuletzt sanken die Verkäufe jedoch. Der Negativtrend dürfte sich fortsetzen, denn nach Audi hat nun auch VW einen Bestellstopp für die Teilzeitstromer verhängt, wie die "Automobilwoche" berichtet.

Als Grund für die Verfügbarkeits-Pause gibt der Hersteller dem Bericht zufolge eine weltweit hohe Nachfrage in Kombination mit der anhaltenden Halbleiter-Krise sowie den neuen Materialengpässen im Zuge des Krieges in der Ukraine an. Der Stopp gilt für alle teilelektrifizierten Modelle von Tiguan und Golf bis hin zum Arteon und Touareg. Kurz zuvor hatte bereits Audi die Bestellbücher für seine Steckdosen-Stromer geschlossen.

Unklare Fördersituation

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VW dürfte sich vor weiteren Entwicklungskosten für die Plug-in-Hybride scheuen.

(Foto: VW)

Neben den Lieferproblemen, die prinzipiell auch andere Antriebsarten betreffen, ist anzunehmen, dass VW kein Interesse mehr daran hat, in die Weiterentwicklung seiner Plug-in-Hybride zu investieren. Während die Teilzeitstromer von Mercedes und BMW inzwischen auf knapp 100 Kilometer rein elektrische Reichweite kommen, bringen es die VW-Modelle real auf knapp die Hälfte.

Damit fallen die Plug-in-Hybride aus dem Volkswagenkonzern in Zukunft auch aus dem Förderprogramm der Bundesregierung. Außerdem ist völlig unklar, in welcher Höhe deutsche Kunden künftig mit Zuschüssen rechnen können. Relativ sicher ist aber, dass es weniger Geld geben wird als bislang. Das macht schon früh im laufenden Jahr eine Kaufentscheidung schwer kalkulierbar, denn maßgeblich für die Förderung ist bislang nicht das Datum der Vertragsunterschrift, sondern der Zeitpunkt der Zulassung. Und der kann auch für aktuell bestellte Modelle schnell ins kommende Jahr rutschen.

Unabhängig von der Verfügbarkeit oder den finanziellen Überlegungen haben es Plug-in-Hybride aktuell nicht leicht. So leiden sie unter anhaltenden Diskussionen über ihre Klimaschutzwirkung, die in hohem Maße von der Art der Nutzung abhängt. Zudem wächst die Reichweite reiner E-Autos permanent, was einen der klassischen Nachteile gegenüber Plug-in-Hybriden immer mehr ausgleicht.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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