Unterhaltung
"Das BE soll leben!": Claus Peymann.
"Das BE soll leben!": Claus Peymann.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 05. November 2010

Vertrag in Berlin verlängert: Peymann bleibt bis 2014

Immer wieder drohte er mit seinem Abschied. Jetzt hat sich Claus Peymann entschlossen zu bleiben. Noch bis zum Sommer 2014 will er als Intendant das renommierte Berliner Ensemble (BE) leiten. Seinen Vertrag hat sich der 73-Jährige dafür kurzerhand selbst um zwei weitere Jahre verlängert. Als Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Berliner Ensemble GmbH kann er das.

"Das BE soll leben!", sagte Peymann. Obwohl sein Theater von manchen als konservativ beschimpft werde, wolle er an der Bühne weiter Werte bewahren und für den Traum von einer besseren Gesellschaft kämpfen.

Seit 1999 in Berlin

Die Theater landauf und landab setzen sich nach Ansicht von Peymann der gegenwärtigen Sinnkrise nur aus, statt selbst nach einem neuen Sinn zu suchen. "Ich finde, dass in Berlin die Theaterarbeit, die wir am Berliner Ensemble machen, absolut notwendig ist."

Peymann leitet das Berliner Ensemble bereits seit 1999. Zuvor war er Theaterchef am Stuttgarter Staatstheater, am Schauspielhaus Bochum und am Wiener Burgtheater. In den vergangenen Jahren drohte Peymann immer wieder mit Weggang, weil er sich bei der Verteilung staatlicher Zuschüsse nicht ausreichend berücksichtigt sah. Schlagzeilen machen regelmäßig auch seine Auseinandersetzungen mit dem Dramatiker Rolf Hochhuth, der über die Ilse-Holzapfel-Stiftung Eigentümer der Theaterimmobilie am Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte ist.

"Reißzahn im Regierungsviertel"

"Wenn ich gehen sollte, dann will ich im Triumph das BE verlassen, und die Berliner sollen sich noch in 20 Jahren weinend an mich erinnern", sagte Peymann einmal. Als "Reißzahn im Regierungsviertel" ist er in der Hauptstadt angetreten. Politisches Theater hat sich Peymann bis heute auf die Fahnen geschrieben. Dabei verschreibt er sich - anders als Frank Castorf an der Berliner Volksbühne und viele jüngere Theatermacher - bei Klassikern wie zeitgenössischer Dramatik aber der respektvollen Werktreue.

An der einstigen Brecht-Bühne arbeitet der Intendant und Regisseur regelmäßig mit Robert Wilson, Peter Stein und Klaus Maria Brandauer zusammen - was dem Theater eine sehr gute Zuschauerauslastung beschert. Gerade erst hatte am Berliner Ensemble Katharina Thalbachs Inszenierung von Brechts "Im Dickicht der Städte" Premiere.

Quelle: n-tv.de