Panorama

Malu Dreyer zum Hochwasser "Da könnte man nur noch weinen"

Ministerpräsidentin Malu Dreyer betet, dass in den Hochwasser-Gebieten viele Vermisste wegen der Mobilfunk-Störung nur nicht erreichbar sind. Doch für zahlreiche Menschen gibt es inzwischen keine Hoffnung mehr - für Dreyer "ein Horror".

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nach eigenen Angaben derzeit keine verlässlichen Angaben zur Lage der Vermissten in den Hochwasser-Gebieten. Es gebe "ganz unterschiedliche Zahlen zu den Vermissten, wir können sie im Moment auch nicht verifizieren", sagte die SPD-Politikerin. Sie hoffe und bete, dass viele Vermisste wegen der Störung des Mobilfunks und der Telefonleitungen lediglich nicht erreichbar seien.

Dreyer sagte, in einigen Gemeinden seien allerdings mit zurückgehendem Wasser Vermisste nur noch tot gefunden worden. "Das ist ein Horror", sagte die Ministerpräsidentin. "Da könnte man eigentlich nur noch weinen." Das sei "alles ganz, ganz schlimm", wenn Existenzen berührt sind. "Wenn Häuser kaputt sind, wenn Straßen aussehen, wie wir das gesehen haben - aber dass Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar."

Die Einsatzkräfte hätten bei der Rettung von Menschen Unglaubliches geleistet, sagte Dreyer. Noch sei die Situation vor Ort dramatisch. Die Zerstörung sei "einfach immens". Und man müsse am heutigen Tag auch mit der Lage umgehen, dass Menschen jetzt ohne Hab und Gut dastehen.

Bei der Hochwasser-Katastrophe sind in Rheinland-Pfalz mindestes 50 Menschen ums Leben gekommen. Der Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler gab die Zahl der Vermissten am Donnerstagabend mit 1300 an - viele sind aber womöglich telefonisch nicht erreichbar.

Am härtesten traf es den Kreis Ahrweiler. Betroffen sind auch andere Teile der Eifel, der Kreis Trier-Saarburg und in Trier vor allem der Stadtteil Ehrang. Dort war am Donnerstag die Kyll über die Ufer getreten und hatte große Teile des Stadtteils überschwemmt. Etwa 1000 Einwohner aus Ehrang waren nach Angaben der Stadt Trier in Sicherheit gebracht worden. Zudem mussten ein Altenheim und ein Krankenhaus evakuiert werden. Die Stromversorgung ist unterbrochen.

Schulze: Schnelle, unbürokratische Hilfe

Bundesumweltministerin Svenja Schulze kündigte schnelle Hilfe für die Betroffenen der Unwetter-Katastrophe an. Das müsse sofort und unbürokratisch geschehen, sagte die SPD-Politikerin im RBB. "Bund und Länder müssen schnell eine Lösung finden, wie den Betroffenen dort in den Regionen geholfen werden kann", sagte sie.

Die Unwetter zeigten, dass der Klimawandel in Deutschland angekommen ist. "Das sind historische Wassermengen, die wir jetzt sehen", sagte Schulze. Sie unterstrich die bedeutende Rolle der Kommunen in Deutschland. Diese müssten das nötige Geld bekommen, um jetzt den Betroffenen zu helfen.

"Länder und Kommunen wissen am besten, was getan werden muss, und deshalb ist es so wichtig (...) dafür zu sorgen, dass sie das nötige Geld haben, um zu investieren, jetzt in der Notlage und später, wenn es um die Vorsorge und den Wiederaufbau geht", so Schulze. Deutschland könne es sich nicht leisten, nicht in Klimaschutz zu investieren.

Quelle: ntv.de, chl/AFP

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