Panorama

Sehr alte Artefakte aus Mexiko Deutsche Familien geben Kunstwerke zurück

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Vermutlich 1500 Jahre alte Tonfiguren und Gefäße aus der mexikanischen Maya-Kultur, die die Polizei im Keller eines Hauses in der Altmark ausgegraben hatte. Sie wurden zurückgegeben, ebenso wie die Artefakte aus NRW.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nicht nur in Museen finden sich historische Kunstgegenstände aus anderen Kulturen, auch in privaten Haushalten. Schon länger findet ein Umdenken statt, was den Besitz solcher Stücke angeht. Nun haben deutsche Familien Dutzende jahrhundertealte Artefakte an Mexiko zurückgegeben.

Zwei deutsche Familien haben 34 historische Kunstgegenstände aus Mexiko an das lateinamerikanische Land zurückgegeben. Zwei Personen hätten sich an die mexikanische Botschaft in Berlin gewandt, um die Stücke zu übergeben, teilte Mexikos Regierung mit. Demnach befanden sich alle Artefakte in Nordrhein-Westfalen - 28 davon in Monheim am Rhein, die übrigen 6 in Recklinghausen. Die Übergabe sei bereits im Mai erfolgt.

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard und Kulturministerin Alejandra Frausto bedankten sich bei einer Online-Veranstaltung für die freiwillige Rückgabe. Dies wäre vor einigen Jahren vielleicht nicht möglich gewesen, sagte Ebrard. Es finde ein Umdenken statt, was den Besitz solcher Stücke angehe. Das sei ein ermutigendes Ergebnis der Bemühungen in mehreren Ländern.

Artefakte aus verschiedenen Epochen und Regionen

Die Artefakte stammen nach Angaben der mexikanischen Regierung aus verschiedenen Epochen und Regionen. Darunter seien eine menschenähnliche Steinmaske im Stile der Zivilisation der Olmeken aus der mesoamerikanischen Vorklassik, datiert auf den Zeitraum zwischen 1200 und 600 vor Christus. Auch gehörten mehrere Menschenfiguren und Gefäße aus Ton aus den Zeitaltern der Klassik (250-900 nach Christus) und der postklassischen Kultur (1000-1521 nach Christus) dazu.

Mexikos Kulturbehörden setzen sich seit einigen Jahren verstärkt für den Schutz des Kulturerbes des nordamerikanischen Landes auch im Ausland ein. So beschwerten sie sich über Versteigerungen in renommierten Auktionshäusern von Kunstgegenständen aus der Zeit vor der spanischen Eroberung Mexikos sowie über internationale Modemarken, weil diese klassische Textilmuster indigener Volksgruppen ohne deren Erlaubnis in ihren Kollektionen verwendet hatten.

Maya-Skulpturen aus Sachsen-Anhalt zurück an Mexiko und Guatemala

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Ministerpräsident Haseloff mit einer wahrscheinlich 1500 Jahre alten Tonfigur eines knienden Mannes aus der mexikanischen Teotihuacan-Kultur.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst kürzlich wurden insgesamt 13 Maya-Skulpturen, die in einem Bauernhaus in Klötze (Sachsen-Anhalt) entdeckt wurden, an deren Ursprungsländer Mexiko und Guatemala übergeben. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff von der CDU überreichte die Artefakte am Rande der Bundesratssitzung am 28. Mai an Diplomaten aus den beiden Ländern.

Der ehemalige Besitzer des Hauses hatte die Behörden auf die Spuren der Skulpturen gebracht. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei berichtete, hatte der Mann sich bei der Polizei gemeldet und berichtet, dass er im Jahr 2007 zwei Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg in einer Plastiktonne im Keller des Hauses vergraben habe. Diese gehörten seinen Angaben zufolge seinem Großvater. Als die Polizei bei dem völlig verblüfften neuen Besitzer des Hauses anrückte, fand sie nicht nur die Waffen, sondern auch die Skulpturen.

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Das Land hatte einen Experten mit der Begutachtung der Fundstücke beauftragt. Dieser bestätigte die Echtheit der Stücke, lediglich eine weitere gefundene Figur war seiner Expertise nach eine Kopie.

Die echten Skulpturen sollen bis zu 1500 Jahre alt sein. Dem Gutachter zufolge hätten sie bei einem eventuellen Verkauf eine sechsstellige Euro-Summe eingebracht. Nun aber haben Mexiko und Guatemala als Vertreter der rechtmäßigen Erben sie zurückerhalten.

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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