Panorama

Goldmünzenklau bis Serienmord Diese Prozesse werden 2019 spannend

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Einer der spektakulärsten Raubüberfälle drehte sich um eine Goldmünze aus dem Bode-Museum in Berlin.

(Foto: dpa)

Ein spektakulärer Diebstahl im Museum, Mordfälle an jungen Frauen und ein Krankenpfleger, der wohl mehr als Hundert Menschen auf dem Gewissen hat. Diese spektakulären Fälle werden in diesem Jahr vor Gericht verhandelt.

Die Kriminalfälle waren allesamt bundesweit in den Schlagzeilen, jetzt geht es um die Aufarbeitung vor Gericht: Einige Prozesse, die für das neue Jahr erwartet werden, dürften besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Vier Beispiele.

Goldmünze: In Berlin wird vermutlich Anfang des Jahres der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Bode-Museum verhandelt. Vier junge Männer sind angeklagt, ihnen wird gemeinschaftlicher Diebstahl in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Drei von ihnen - nach früheren Angaben von Ermittlern Mitglieder einer arabischen Großfamilie - sollen im März 2017 nachts über ein Fenster in das Gebäude auf der berühmten Berliner Museumsinsel eingestiegen sein, dort die Münze "Big Maple Leaf" aus einer Vitrine entwendet und sie unter anderem mit einer Schubkarre abtransportiert haben. Vermutlich wurde die Münze zerteilt und verkauft. Ihr Wert lag bei 3,75 Millionen Euro. Der vierte Angeklagte war ein Wachmann des Museums, der die Örtlichkeiten ausgekundschaftet haben soll.

Mordfall Sophia: Im Fall der getöteten Tramperin Sophia L. aus Bayern könnte im neuen Jahr der Mordprozess beginnen. Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni 2018 von Leipzig aus, wo sie studierte, in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von einem Lastwagenfahrer an einer Tankstelle an der A9 in Sachsen mitgenommen - und in Oberfranken umgebracht. Der Marokkaner wurde in Spanien gefasst; auch Sophias Leiche wurde dort entdeckt. Spanien hat den Tatverdächtigen inzwischen nach Deutschland ausgeliefert. Die Staatsanwaltschaft will voraussichtlich im ersten Quartal 2019 die Anklage erheben.

Mordfall Susanna: 2018 löste der Fall der getöteten 14-jährigen Susanna aus Mainz viele Diskussionen aus, nun wird der Prozess erwartet. Angeklagt wegen Vergewaltigung und Ermordung der Schülerin ist der Iraker Ali B., der gestanden hatte, Susanna in der Nacht zum 23. Mai in Wiesbaden getötet zu haben. Der Fall hatte auch wegen der Umstände rund um die Festnahme von Ali B. Aufsehen erregt: Wenige Tage nach der Tat war er aus einer Flüchtlingsunterkunft zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern in den kurdisch kontrollierten Nordirak ausgereist. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn dort fest und übergaben ihn der Bundespolizei, die ihn zurück nach Deutschland brachte.

Hilfspfleger: Die Münchener Staatsanwaltschaft I rechnet für Frühjahr 2019 mit der Anklage im Fall eines mit Insulin mutmaßlich deutschlandweit mordenden Hilfspflegers. Im Laufe des Jahres könnte dann auch der Prozess folgen. Nach Angaben vom November werden dem Mann sechsfacher Mord sowie Mordversuch in drei Fällen und gefährliche Körperverletzung in drei weiteren Fällen vorgeworfen. Jedes Mal soll die polnische Pflegekraft den zu betreuenden Senioren im Alter zwischen 66 und 91 Jahren Insulin gespritzt haben, obwohl sie das gar nicht brauchten. Der mutmaßliche Mörder flog durch den Tod eines 87-Jährigen in Ottobrunn bei München im Februar 2018 auf, woraufhin auch an den vorigen Einsatzorten nachgeforscht wurde.

Quelle: n-tv.de, Michael Kieffer, dpa

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