Panorama

Hälfte der AfD-Wähler dagegen Impfskeptiker wissen weniger über Vakzine

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Impfzentrum in Düsseldorf

(Foto: picture alliance/dpa)

Einer RTL/ntv-Umfrage zufolge wollen sich mehr als zwei Drittel der Bundesbürger so bald wie möglich impfen lassen. Beim Impfmittel aber will jeder Zweite mitreden. Die Einstellung wird beeinflusst vom vorhandenen Vorwissen - und durch das jeweilige Wahlverhalten.

Geimpfte und Impfwillige sind nach eigener Einschätzung deutlich öfter über die Funktionsweise der Impfmittel informiert als die Unschlüssigen. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv gaben etwa acht von zehn Befragten (78 Prozent) dieser Gruppe an, die Unterschiede zu kennen. Von den momentan noch nicht zur Impfung Bereiten sagten 57 Prozent, hinsichtlich Vakzineigenheiten nicht Bescheid zu wissen.

Insgesamt meinten damit rund zwei Drittel aller Befragten (69 Prozent), zumindest grob die Unterschiede zwischen mRNA-Impfstoffen wie dem von Biontech und Moderna sowie dem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca zu kennen.

Zudem fühlten sich nach eigener Einschätzung Ältere besser informiert als Jüngere: 75 Prozent der ab 60-Jährigen kannten den Unterschied zwischen den Impfstoffen, aber nur 61 Prozent in der jüngsten Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Einen noch größeren Unterschied macht die Schulbildung: Von den Befragten mit Hauptschulabschluss kannte nur grob die Hälfte den Unterschied zwischen mRNA-Impfstoffen und Vektor-Impfstoffen, von den Abiturienten wussten hingegen 73 Prozent Bescheid. Ein klarer Hinweis auf den vorhandenen Aufklärungsbedarf.

Biontech ist der Favorit

Der Umfrage zufolge gibt es auch einen Zusammenhang zwischen fehlender Impfbereitschaft und dem allgemeinen Zutrauen in die Impfstoffe: Zumindest erklären 77 Prozent derjenigen, die noch unsicher sind bezüglich einer Impfung, dass ihnen nicht egal ist, welchen Impfstoff sie gespritzt bekommen. Generell liegt dieser Wert bei 51 Prozent, während 41 Prozent sich jeden zugelassenen Impfstoff verabreichen lassen würden.

Jeder vierte Befragte würde sich gar nicht impfen lassen wollen, wenn er oder sie nicht die Wahl bekommt. Generell ist diesbezüglich die Skepsis in den neuen Bundesländern, in der mittleren Altersgruppe und bei denjenigen, die sich ohnehin unsicher sind über ihre Impfbereitschaft, besonders hoch. Klarer Favorit derjenigen, die selbst entscheiden wollen, ist dabei interessanterweise der Impfstoff von Biontech und Pfizer: 22 Prozent der Befragten gaben an, dieses Mittel nach dem neuartigen mRNA-Prinzip vorzuziehen. Die Präferenz für Astrazeneca und Moderna lag im Bereich der Fehlertoleranz oder knapp darüber. 67 Prozent hatten entweder keine Meinung oder würden jeden Impfstoff akzeptieren.

AfD-Wähler wollen nicht

Ähnlich hoch ist die Offenheit für einen Impfstoff aus Russland oder China: 63 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Impfstoffe aus diesen Ländern auch in Deutschland angewendet werden sollten, wenn die europäische Aufsichtsbehörde EMA eine Zulassung erteilt. Jeder zehnte Befragte lehnte eine Verimpfung dieser Mittel strikt ab. So würden 45 Prozent der Befragten das russische Mittel Sputnik V akzeptieren und 40 Prozent nicht. Im Osten ist die Akzeptanz für das russische Mittel mit 51 Prozent etwas höher.

Insgesamt gaben 68 Prozent der Befragten an, sich impfen lassen zu wollen, sobald die Möglichkeit besteht. Weitere 2 Prozent wurden demnach bereits geimpft, was den offiziellen Zahlen grob entspricht. 20 Prozent gaben an, noch abwarten zu wollen, während jeder Zehnte sich gar nicht impfen lassen will.

Auffällig: Während die Impfbereitschaft aller Parteianhänger zwischen 68 Prozent (FDP) und 89 Prozent (SPD) liegt, ist bei den AfD-Wählern nur jeder vierte bereit. 45 Prozent der AfD-Unterstützer wollen sich keinesfalls impfen lassen. Dieser Wert ist bei allen anderen Parteien im niedrigen einstelligen Bereich beziehungsweise bei 17 Prozent unter den FDP-Wählern.

Quelle: ntv.de, shu