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Abstimmung beendet Jugendwort des Jahres gekürt

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Junge Leute bauen oft eigene Merkmale in ihre Sprache ein, um sich von ihren Eltern abzugrenzen, erklärt eine Sprachwissenschaftlerin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach einem Jahr Pause gibt es 2020 wieder ein Jugendwort des Jahres. Drei Kandidaten standen zur Auswahl: "Lost", "Cringe" und "Wyld/Wild". Nun wählt die Jugend einen Sieger. Doch was bedeuten die Begriffe überhaupt?

"Lost" ist das Jugendwort des Jahres 2020. Mit dem englischen Begriff beschreiben Jugendliche häufig eine Person, die ahnungslos ist, verloren oder sich unsicher verhält. Mit 48 Prozent der Stimmen hat sich das Wort gegen die Finalisten "Cringe" (28 Prozent) und "Wyld/Wild" (24 Prozent) durchgesetzt, wie eine Sprecherin des Pons-Verlags in Stuttgart sagte.

Jugendliche waren im Internet aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Eine Jury hatte zwischendurch aus den besten Vorschlägen zehn Wörter zusammengestellt. "Cringe", das sich nicht durchsetzen konnte, beschreibt etwas Peinliches und Unangenehmes, teils auch Fremdschämen. Jugendliche sagen "Wyld" oder "Wild", wenn sie etwas Krasses und Besonderes umschreiben.

In diesem Jahr wurde die Jury erstmals durch ein Online-Voting-System unterstützt. "Wir wollten den Jugendlichen die Wahl überlassen - schließlich sind sie die echten Experten und Expertinnen", sagte eine Mitverantwortliche für die Online-Kampagne. Insgesamt wurden nach Angaben des Verlags mehr als eine Million Stimmen abgegeben.

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Sprachwissenschaftlerin Artemis Alexiadou von der Berliner Humboldt-Universität erklärt die Verwendung der englischen Begriffe so: "Junge Leute bauen oft eigene Merkmale in ihre Sprache ein, um sich von der Elterngeneration abzugrenzen. Da bietet es sich an, auf das Englische zurückgreifen."

Jahrelang hatte der Langenscheidt-Verlag die Jugendwort-Wahl in München veranstaltet. Doch dann wurde die Marke Langenscheidt Anfang 2019 von dem zur Klett-Gruppe gehörenden Pons-Verlag in Stuttgart übernommen. 2019 pausierte die Suche nach dem "Jugendwort des Jahres", die auch als umstrittene Werbeaktion für den Verlag gilt. 2018 holte sich "Ehrenmann" beziehungsweise "Ehrenfrau" den Titel. So wird jemand bezeichnet, der etwas Besonderes für einen tut.

Quelle: ntv.de, hek/dpa