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"Koks-König von Mailand" getürmt Mafia-Boss flieht filmreif aus Gefängnis

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Rocco Morabito ist wieder mal auf der Flucht.

(Foto: AP)

Bis 2017 befindet sich Rocco Morabito auf der Flucht. Dann wird der italienische Mafia-Boss in Uruguay festgenommen. Die Auslieferung an sein Heimatland naht. Doch nun gelingt dem "Kokain-König von Mailand" ein spektakulärer Gefängnisausbruch.

Der italienische Mafia-Boss Rocco Morabito ist aus einem Gefängnis in Uruguay geflohen. Der 52-Jährige entkam in der Nacht zum Montag durch ein Loch aus der Haftanstalt in der Hauptstadt Montevideo und floh zusammen mit drei weiteren Insassen, wie das Innenministerium des südamerikanischen Landes mitteilte. Demnach seien die Männer über das Dach des Gefängnisses in eine Wohnung des Nachbargebäudes eingedrungen, hätten die Bewohnerin bestohlen und seien dann geflohen. Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Flüchtigen ein.

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Morabito hatte auf die Auslieferung an sein Heimatland gewartet, wo er in Abwesenheit unter anderem wegen Drogenhandels und Mafia-Zugehörigkeit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war.

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte umgehend auf die Flucht des Mafia-Bosses, die er als "irritierend und schwerwiegend" bezeichnete. Er forderte die Regierung Uruguays zur vollständigen Aufklärung des Vorfalls auf. Italien werde die "Jagd" nach Morabito fortsetzen, um ihn wieder ins Gefängnis zu bringen.

"Kokain-König von Mailand"

Morabito war im Jahr 2017 in Uruguay festgenommen worden. Seit 1995 stand er in Italien als Mitglied der 'Ndrangheta auf einer Fahndungsliste. Nach Angaben der italienischen Justiz galt er als einer der gefährlichsten Clan-Chefs. Es heißt, er war von 1988 bis 1994 in den internationalen Drogenhandel verwickelt. Dabei soll er unter anderem für den Drogentransport in Italien, für die Verteilung in Mailand und für einen versuchten Transport von 630 Kilo Kokain 1993 aus Brasilien verantwortlich gewesen sein.

Vor seiner Festnahme hatte der sogenannte Kokain-König von Mailand 13 Jahre lang in dem Badeort Punta del Este gewohnt. Morabito flog nur deshalb auf, weil seine Tochter unter ihrem richtigen Namen an einer Schule angemeldet wurde.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa

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