Panorama

Wenige Infizierte im Krankenhaus Omikron in Deutschland kurz vor der Dominanz

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In einigen Bundesländern dominiert die Omikron-Variante bereits deutlich das Infektionsgeschehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die bisher vorherrschende Corona-Variante Delta wird in Deutschland immer mehr von Omikron verdrängt. In der Hälfte der Bundesländer ist die neue Mutante bereits dominant - mancherorts kurz vor der Alleinherrschaft. Das RKI warnt vor einer hohen Gefährdung, allerdings vor allem für Ungeimpfte.

Die Corona-Variante Omikron ist in Deutschland auf dem Weg zur Dominanz. In der letzten Woche des Jahres 2021 gingen bereits 44,3 Prozent der auf Varianten untersuchten Fälle auf Omikron zurück, heißt es im aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI). Es ist ein deutlicher Anstieg gegenüber der Vorwoche, als der Anteil von Omikron noch bei 15,8 Prozent lag.

"Das aktuelle Geschehen in Deutschland wird zunehmend von Omikron bestimmt", heißt es im RKI-Bericht. "Der Anteil der bis vor wenigen Wochen fast ausschließlich zirkulierenden und das Infektionsgeschehen dominierenden Delta wird kontinuierlich geringer." Genauere Daten liefern Stichproben - die aktuellsten liegen allerdings nur für die vorletzte Woche des Jahres 2021 vor. Der Omikron-Anteil lag damals bei 20 Prozent gegenüber 9 Prozent in der Vorwoche.

Die Ausbreitung von Omikron ist vor allem in den nordwestlichen Bundesländern bereits fortgeschritten: In Bremen liegt der Anteil an den auf Varianten untersuchten Proben bereits bei 85,5 Prozent, in Schleswig-Holstein bei knapp 70 Prozent, in Niedersachsen bei rund 66 Prozent. Das fällt zusammen mit einem steilen Anstieg der Fallzahlen in diesen Regionen, oft als "Omikron-Wand" bezeichnet.

Mittlerweile ist die Omikron-Variante laut dem RKI-Bericht bereits in der Hälfte aller Bundesländer dominant. Auffällig gering ist ihre Verbreitung allerdings in den östlichen Bundesländern Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, wo der Anteil an den untersuchten Proben noch im einstelligen Bereich liegt.

"In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der auch bei Geimpften und Genesenen leichter übertragbaren Variante Omikron gerechnet", schreibt das RKI in seinem Wochenbericht. Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird aufgrund der rasanten Verbreitung von Omikron als sehr hoch eingeschätzt. Allerdings kommt es dabei auch auf den Impfstatus an: So bewertet das RKI die Gefährdung für Ungeimpfte als "sehr hoch", für die Gruppen der Genesenen und Geimpften mit Grundimmunisierung (zweimalige Impfung) als "hoch" und für die Gruppe der Geboosterten als "moderat".

Zudem würden erste Studien darauf hindeuten, dass Omikron-Infizierte mit vollständiger Impfung und Booster-Impfung seltener ins Krankenhaus müssen als bei einer Infektion mit Delta, schreibt das RKI. "Für eine abschließende Bewertung der Schwere der Erkrankungen durch die Omikron-Variante ist die Datenlage aber noch nicht ausreichend." Laut dem Bericht wurde bisher nur 1 Prozent der Omikron-Fälle ins Krankenhaus eingeliefert - ein deutlicher Rückgang verglichen mit RKI-Daten, laut denen die Hospitalisierungsrate bei der Delta-Variante bei rund 6 Prozent lag.

Dennoch rät die Behörde dringend dazu, bei Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten unabhängig vom Impfstatus zu Hause zu bleiben, die Hausarztpraxis zu kontaktieren und einen PCR-Test durchführen zu lassen. Für die Omikron-Variante wurde Husten mit 56 Prozent aller Fälle, in denen Daten vorlagen, als häufigstes Symptom genannt. Dahinter folgt Schnupfen mit 55 Prozent. Etwas seltener wurden mit 38 Prozent Halsschmerzen als Omikron-Symptom angegeben.

Quelle: ntv.de, kst

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