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Omikron-Welle rückt näher RKI: Infektionszahlen sinken nicht schnell genug

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Auch ohne die Omikron-Variante ist die Lage auf den Intensivstation sehr angespannt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Fallzahlen gehen weiter zurück - ein Grund zum Jubeln ist das laut Robert-Koch-Institut aber noch nicht. Denn die Infektionskurve fällt nur langsam, Intensivstationen sind nach wie vor voll - und dann ist da noch Omikron. Keine guten Aussichten für die Feiertage.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat das Robert-Koch-Institut (RKI) eindringlich vor der Überlastung der Intensivstationen und einer drohenden Omikron-Welle gewarnt, sollten die Corona-Zahlen nicht schneller sinken. Trotz eines leichten Rückgangs der wöchentlich gemeldeten Neuinfektionen, "werden insgesamt nach wie vor sehr hohe Fallzahlen verzeichnet", schreibt das RKI in seinem Wochenbericht und mahnt: Alle Maßnahmen - etwa die Reduktion von Kontakten, das Tragen von Masken oder das Einhalten der Hygieneregeln - müssten aufrechterhalten oder sogar intensiviert werden. Der hohe Infektionsdruck ziehe unvermeidlich viele schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle nach sich und mache das Auftreten von Impfdurchbrüchen wahrscheinlicher.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen sei zwischen dem 6. und 12. Dezember um 13 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gesunken, heißt es in dem Bericht. Auch der Anteil positiv getesteter Proben habe sich nicht weiter erhöht und liege nun bei 20,9 Prozent (Vorwoche: 21,0 Prozent). "Der Rückgang sei allerdings noch nicht in den Intensivstationen angekommen", sagte RKI-Chef Lothar Wieler bereits am Nachmittag auf einer Pressekonferenz. Dort werden aktuell mehr als 4800 Menschen mit einer Covid-19-Diagnose behandelt. Aufgrund von regionalen Kapazitätsengpässen mussten laut RKI bereits mindestens 102 Patientinnen und Patienten über Bundeslandgrenzen hinaus verlegt werden. "Die Lage auf den Intensivstationen ist derzeit auch ohne Omikron sehr angespannt", so Wieler.

Das RKI schätzt die Corona-Lage daher als "sehr besorgniserregend" ein. Obwohl die Delta-Variante das Infektionsgeschehen in Deutschland noch dominiert, registrierte das Institut bereits Omikron-Ausbrüche. Bis zum 14. Dezember sind demnach 112 Fälle der ansteckenderen Variante über eine Genomsequenzierung nachgewiesen worden. Bei 213 weiteren Fällen bestehe aufgrund eines spezifischen PCR-Tests der Verdacht darauf. "Die Schwere der durch die Variante Omikron verursachten Erkrankungen lässt sich derzeit noch nicht abschätzen."

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Um die erwartbare Ausbreitung von Omikron zu verlangsamen, sei "die maximale Reduktion der Übertragungen notwendig", schreibt das RKI und fordert von jedem Einzelnen, Schutzmaßnahmen umzusetzen: Neben Einhaltung der AHAL-Regeln sollten grundsätzlich alle nicht notwendigen Kontakte reduziert und Reisen vermieden werden. Die Behörde rät dringend dazu, größere Veranstaltungen in Innenräumen, beispielsweise Weihnachtsfeiern, abzusagen oder virtuell durchzuführen.

Zudem sollte die Impfkampagne weiter vorangetrieben werden. Inzwischen sind 73 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal und 70 Prozent vollständig gegen Corona geimpft. Darüber hinaus erhielten 26 Prozent bereits eine Booster-Impfung. Allerdings sind weiterhin 24 Prozent der Menschen zwischen 18 und 59 Jahren ungeimpft. In der Altersgruppe ab 60 sind es laut RKI noch 12 Prozent. Diese Impflücke sollte schnellstmöglich geschlossen werden, bevor die Omikron-Welle an Schwung gewinnt.

Quelle: ntv.de, hny

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