Panorama

Nach Verbot in Berlin Verein hatte Bezug zu Attentäter Anis Amri

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An den Durchsuchungen in Berlin und Brandenburg waren mehr als 800 Beamte beteiligt.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Nach der Razzia und dem Verbot einer islamistischen Vereinigung in Berlin nennt Innensenator Geisel nun Hintergründe zu der Gruppierung. Demnach unterstützen die Salafisten die Ziele des IS und damit auch Terroranschläge. Mit dem Verbot habe man eine mögliche Gefahr "im Keim ersticken wollen".

Der vom Berliner Senat verbotene islamistische Verein war eine Art Nachfolge-Organisation der 2017 geschlossenen Fussilet-Moschee, die vom Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt besucht wurde. Die salafistische Gruppe habe die Leerstelle füllen wollen, die durch das Verbot des Fussilet-Vereins entstanden sei, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel.

Ein geistiger Führer des Nachfolge-Vereins habe damals regelmäßig die Fussilet-Moschee besucht. Eine erneute Gefahr durch diese Islamisten habe man mit dem aktuellen Verbot "im Keim ersticken" wollen. Der Islamist Anis Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagen entführt und war damit auf den Weihnachtsmarkt gefahren. Er tötete zwölf Menschen und verletzte Dutzende. Wenige Tage später wurde er in Italien von der Polizei erschossen.

Geisel sagte, die Gruppierung Jama'atu Berlin mit rund 20 Mitgliedern befürworte den bewaffneten Glaubenskrieg, Terroranschläge auf Zivilisten und Selbstmordattentate. Sie werbe für die Ziele des sogenannten Islamischen Staates (IS) und lehne Demokratie und Rechtsstaat ab.

Predigten über Youtube und Instagram

Innenstaatssekretär Torsten Akmann von der SPD betonte: "Das Vereinsverbot trifft die Richtigen. Die heute verbotene Gruppe folgt ideologisch dem IS. Darüber hinaus sind es schlimme Antisemiten, die den Tod von Jüdinnen und Juden fordern." Die Gruppe habe sich regelmäßig in Privatwohnungen und Parks zu Unterrichten und Gebeten getroffen. Über die Internetkanäle Youtube und Instagram seien ihre Forderungen, Aufrufe und Predigten verbreitet worden, zusätzlich habe sie Flugblätter verteilt.

Mit einer Großrazzia hatte die Polizei am Morgen in Berlin und Brandenburg das Verbot der Gruppierung durchgesetzt. An den Durchsuchungen waren mehr als 800 Beamte von Polizei und Bundespolizei beteiligt. Durchsucht wurden 26 Objekte - 24 in Berlin und zwei in Brandenburg. Betroffen davon waren 19 Menschen.

Quelle: ntv.de, hek/dpa

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