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Geheimer Raum hinterm Schrank Wie Soros vor den Nazis versteckt wurde

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George Soros wird mit 14 Jahren versteckt und kann so den Nazis entgehen.

(Foto: dpa)

Investor George Soros lebt heute ein sorgloses Leben. Dass er überhaupt noch lebt, verdankt er auch einem Ungarn, der den Juden 1944 vor den Nazis versteckte. Nun werden erstmals Details darüber bekannt. Unklar ist, warum der Investor den Mann nie erwähnte.

Es ist 1944 und György Schwartz, heute besser bekannt als George Soros, lebt mit seiner jüdischen Familie in Budapest. Es ist die Zeit, in der die Nationalsozialisten aufgrund ihrer Rassenlehre Millionen Juden verfolgen und in Konzentrationslagern ermorden lassen. 1941 verbündet sich Ungarn mit Deutschland. Somit ist auch der 14-jährige Soros in Lebensgefahr.

Die britische Zeitung "Daily Mail" enthüllt nun exklusiv erste Details darüber, wie der heute millionenschwere Investor als Jugendlicher vor den Fängen der Nationalsozialisten gerettet werden konnte. George Soros verdankt sein Überleben demnach dem Ungarn Miklós Prohászka. Doch erst nach 74 Jahren erfährt die Öffentlichkeit von dieser Rettungstat, nachdem die britische Zeitung ihre Recherche enthüllt.

Als die Nazis in Ungarn einmarschierten, teilte George Soros' Vater die Familie zum Schutz vor der Judenverfolgung auf. Dann bezahlt er einen Mann dafür, seinen Sohn vor den Nationalsozialisten zu beschützen. Fortan erhält Soros Papiere, die ihn als Christen mit dem Namen Kiss Sandor kennzeichnen und ihn so schützen sollen. Ein Mann namens Baumbach nimmt ihn mit. Die "Daily Mail" deckt bei den Recherchen auf, dass Baumbach auch ein Nazi-Kollaborateur und an der Enteignung von Juden beteiligt war. Auch Soros soll dies gesehen haben. Dennoch beschützt Baumbach Soros, als ehemalige Schulkameraden den Jungen erkennen. Doch die Tarnung ist aufgeflogen. Baumbach muss ein richtiges Versteck für den Jugendlichen finden.

15 Juden vor den Nazis gerettet

Der Mann bringt Soros bei einem seiner Untergebenen unter. Miklós Prohászka versteckt den 14-jährigen Juden in einem geheimen Raum hinter einem massiven Holzschrank in seinem Budapester Haus. Prohászka rettet in dieser Zeit nicht nur George Soros, sondern 14 weitere Juden vor der Verfolgung der Nationalsozialisten und somit wohl auch vor dem sicheren Tod. Die britische Zeitung vergleicht die Rettungstat sogar mit der von Oskar Schindler.

Soros überlebt den Krieg in diesem Versteck. Nach Angaben ehemaliger Nachbarn schickt er danach jeden Monat 20 Dollar an seinen Retter. Später bezahlt er Prohászkas' Krankenhausrechnungen, als der an Lungenkrebs erkrankt. In der Biografie des Investors taucht der Name seines Retters indes nicht auf. Miklós Prohászka starb 1999, ohne dass seine große Tat bekannt wurde.

Nach dem Krieg wanderte George Soros in die USA aus und wurde zu einem der weltweit bekanntesten Investoren.

Quelle: n-tv.de, sgu

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