Politik

"Liefern bereits schwere Waffen" Baerbock weicht Kiews Bitte um Kampfpanzer aus

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Baerbock mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Kuleba bei der gemeinsamen Pressekonferenz.

(Foto: picture alliance / photothek)

Um die russischen Invasoren zu vertreiben, bittet die Ukraine die Bundesregierung seit Monaten um die Lieferung von "Leopard"-Panzern. Auch beim Besuch von Außenministerin Baerbock in Kiew kommt das Thema auf den Tisch. Die Grünen-Politikerin äußert sich abermals zurückhaltend.

Die Ukraine drängt Deutschland zur Lieferung von Kampfpanzern für die Verteidigung gegen die russische Invasion. "Wir sehen keine Hindernisse dafür", sagte Außenminister Dmytro Kuleba nach einem Treffen mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock. Bis sich Berlin dazu entschließe, solle Deutschland weiter Artilleriemunition liefern. "Das erhöht spürbar unsere Offensivmöglichkeiten und das hilft uns bei der Befreiung neuer Gebiete", sagte der Chefdiplomat mit Blick auf die laufenden ukrainischen Offensiven im Osten und Süden des Landes.

Baerbock reagierte zurückhaltend auf die ukrainische Forderung. "Wir liefern ja seit längerem bereits schwere Waffen. Und wir sehen, dass diese schweren Waffen auch einen Unterschied mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine machen", betonte sie. Konkret nannte Baerbock Mehrfachraketenwerfer, Panzerhaubitzen und Flakpanzer vom Typ "Gepard". Von letzteren werde Deutschland schnellstmöglich zehn weitere liefern.

Die Außenministerin sagte zudem schweres Gerät zum Aufbau von Brücken und Winterausrüstung zu. Auf die von Kuleba angesprochenen Kampfpanzer des Typs "Leopard" ging Baerbock nicht direkt ein. Sie sagte lediglich: "So wie sich die Lage vor Ort verändert, so schauen wir auch immer wieder unsere Unterstützung an und werden weitere Schritte gemeinsam mit unseren Partnern besprechen."

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte zuletzt betont, er sehe die deutsche Rolle bei der Unterstützung der Ukraine mit schweren Waffen vor allem in der Lieferung von Luftverteidigungssystemen und Artillerie. Ein eindeutiges Nein zur Lieferung von Kampfpanzern kam von Scholz nicht, er betonte aber die Absprache mit anderen westlichen Staaten. Bisher hat kein NATO-Staat moderne westliche Kampfpanzer an die Ukraine geliefert.

Kuleba ermahnte Deutschland und die anderen Partner, die Zeitpläne einzuhalten. "Jeden Tag müssen in der Ukraine neue Waffenarten und die Munition dazu eintreffen", unterstrich er. "Der Sieg der Ukraine ist das Ende des Krieges und das bedeutet eine Lösung einer Vielzahl von Problemen Europas", sagte der Ukrainer. Russland hat Ende Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen. Ende August startete Kiew mit Gegenoffensiven und hat in dieser Woche große Gebiete befreit.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 10. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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