Politik

18 KRAB-Systeme für Kiew Bericht: Polen liefert moderne Haubitzen

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Polen hat mehr als 100 Haubitzen KRAB bestellt - 18 davon werden nun an die Ukraine geliefert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Polen ist einer der größten Lieferanten von schweren Waffen an die Ukraine. Erst jüngst hat das Land mehr als 200 modernisierte Kampfpanzer bereitgestellt. Nun übergibt Warschau mehrere selbstfahrende Haubitzen. Auch Tschechien stellt weitere Lieferungen in Aussicht.

Polen liefert der Ukraine offenbar erneut massiv Waffen. Wie der Sender Polskie Radio 24 unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, übergibt Warschau 18 Panzerhaubitzen vom Typ KRAB an das Nachbarland. Polen hat zudem 100 ukrainische Soldaten an dem System ausgebildet. Am Abend kündigte Tschechien die Lieferung weiterer Rüstungsgüter im Wert von umgerechnet 24 Millionen bis 28 Millionen Euro an.

Dem Bericht zufolge verfügt die Ukraine damit nun über mindestens 24 selbstfahrende Haubitzen aus westlichen Beständen. Frankreich hat bereits sechs Caesar-Systeme geliefert. Am Vortag hatte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow mitgeteilt, dass sein Land modifizierte Haubitzen M109 aus US-Beständen erhalten habe. Eine Bestätigung der USA steht noch aus. Deutschland und die Niederlande wollen zwölf Panzerhaubitzen 2000 übergeben. Die Schulung ukrainischer Soldaten soll bereits begonnen haben. Ein genauer Liefertermin ist bislang nicht bekannt.

 

Laut dem Bericht stammen die nun gelieferten KRAB-Systeme aus polnischen Beständen. Das Land hatte 2016 insgesamt 100 Haubitzen geordert und später die Bestellung nochmal erhöht. Das in Polen gefertige System hat ein Rheinmetell-Fahrwerk. Die Haubitze verwendet 155-Millimeter-Munition und kann bis zu sechs Schuss pro Minute abgeben. Die maximale Reichweite der Geschosse liegt bei 40 Kilometer. Mit der Lieferung sollen in der Ukraine drei Artillerieeinheiten ausgerüstet werden.

Polen ist einer der größten Waffenlieferanten an die Ukraine. In den vergangenen Wochen hatte Warschau bereits mehr als 200 modernisierte Kampfpanzer vom Typ T72 sowie Haubitzen, Raketenwerfer und Munition geliefert.

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Tschechiens Verteidigungsministerin Jana Cernochova sagte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT: "Entscheidend ist, dass die Hilfe kontinuierlich erfolgt". Seit dem Beginn der russischen Invasion vor mehr als drei Monaten habe man Kiew bereits mit Lieferungen im Wert von mehr als 140 Millionen Euro unterstützt.

Die Ministerin räumte ein, dass darunter auch schwere Waffen waren, machte aber «aus Sicherheitsgründen» keine genauen Angaben zu Art und Umfang der Militärhilfe. Nach Medienberichten sollen unter anderem T-72-Panzer, BMP-1-Schützenpanzer, Dana-Haubitzen und möglicherweise auch Kampfhubschrauber des sowjetischen Typs Mil Mi-24 geliefert worden sein. Tschechien, das seit 1999 Mitglied des Nato-Verteidigungsbündnisses ist, liegt weniger als 400 Kilometer von der Ukraine entfernt.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 29. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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