Politik

Alle Daten, alle Fakten Die Landtagswahl in Niedersachsen

239194626.jpg

Amtsbonus im Krisenherbst 2022: Ministerpräsident Stephan Weil am Rednerpult im niedersächsischen Landtag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Alle Blicke richten sich nach Hannover: Im Nordwesten Deutschlands fällt die letzte landespolitische Wahlentscheidung des Jahres. Welche Parteien gewinnen im Krisenherbst 2022 an Vertrauen? Die wichtigsten Zahlen und Daten im Überblick.

Die SPD hat die Landtagswahl in Niedersachsen klar gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Stephan Weil wurde erneut stärkste Kraft, wie aus dem vorläufigen Wahlergebnis hervorgeht. Die FDP verpasste den Einzug ins Landesparlament knapp. Damit sind im Landesparlament in Hannover künftig nur noch vier Parteien vertreten.

Die Sozialdemokraten kamen dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis zufolge bei der voraussichtlich letzten großen politischen Wahlentscheidung des laufenden Jahres in Deutschland auf 33,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die CDU erzielte mit ihrem Spitzenkandidat Bernd Althusmann 28,1 Prozent. Die Grünen erreichten 14,5 Prozent und sind damit drittstärkste Kraft im Landtag. Sie konnten ihr Ergebnis im Vergleich zur vorausgegangenen Landtagswahl 2017 fast verdoppeln. Die AfD verbuchte ebenfalls deutliche Stimmenzuwächse und kam auf 10,9 Prozent.

*Datenschutz

Der amtierende Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, Stephan Weil, steuert damit auf eine weitere Amtszeit zu. Als Wahlsieger kann er sich den Koalitionspartner aussuchen. Bisher regiert der SPD-Politiker zusammen mit der CDU. Weil signalisierte jedoch bereits am Wahlabend eine mögliche rot-grüne Koalition.

Gewinne und Verluste

*Datenschutz

Sowohl SPD als auch CDU mussten im Vergleich zur vorausgegangenen Landtagswahl erkennbare Stimmverluste hinnehmen. Deutlich zulegen konnten neben den Grünen vor allem auch die rechtsgerichtete AfD. Im Wahlkampf hatte die AfD die Energie- und Russlandpolitik der Ampel-Koalition im Bund scharf kritisiert und vor dem Hintergrund der gestiegenen Strompreise mit einem "heißen Herbst" geworben.

Sitzverteilung

*Datenschutz

Die FDP ist bei der Landtagswahl in Niedersachsen laut vorläufigem Auszählungsergebnis an der Fünf-Prozent-Marke gescheitert. Damit ist die FDP künftig in vier Bundesländern nicht mehr im Landesparlament vertreten. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen vor fünf Jahren hatte die FDP noch 7,5 Prozent erreicht.

Ergebnisse aus den Wahlkreisen

*Datenschutz

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner bezeichnete das schlechte Abschneiden bei der Landtagswahl als "Rückschlag" für die Liberalen und stellte ein "Mobilisierungsproblem" fest. Deutlicher wurde FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai, der auf Konfrontation zu den Koalitionspartnern SPD und Grüne im Bund ging. "Meine Partei hat nach wie vor große Probleme mit dieser Koalition", sagte er.

CDU-Generalsekretär Mario Czaja reagierte enttäuscht auf die ersten Prognosen zur Landtagswahl in Niedersachsen. "Es ist für uns kein schönes Ergebnis", sagte er in Berlin. Die CDU habe ihre Ziele nicht erreicht, der SPD sei es dagegen gelungen, sich vom Bundestrend "völlig abzugrenzen". So habe SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil keine Plakate mit Kanzler Olaf Scholz gemacht.

Direktwahlfrage

*Datenschutz

"Der Ministerpräsident hat einen Amtsbonus", sagte der CDU-Generalsekretär. Er warb trotz des schwachen CDU-Ergebnisses für eine Fortsetzung der rot-schwarzen Landesregierung. "Wir würden uns eine stabile Regierung für Niedersachsen wünschen", sagte er und fügte hinzu, es wäre gut, eine solche Regierung fortzusetzen.

Wahlkreise nach Parteien

*Datenschutz

Mehr zum Thema

Der Landtag in Niedersachsen umfasst regulär mindestens 135 Sitze. Davon werden 87 Abgeordnete per Erststimme in den Wahlkreisen als Direktkandidaten gewählt. Mindestens 48 Abgeordnete ziehen über die Zweitstimme und die Landeslisten der Parteien in das Landesparlament ein.

Die rund 6,1 Millionen Wahlberechtigten hatten jeweils zwei Stimmen: Eine Erststimme für die Wahl eines Bewerbers in ihrer Region, der sogenannte "Kreiswahlvorschlag", und eine Zweitstimme für die Wahl einer Partei des "Landeswahlvorschlags". Ausschlaggebend für die Sitzverteilung im Landtag ist die Zweitstimme: Die Anzahl der abgegebenen Zweitstimmen bestimmt, in welchem Größenverhältnis die Parteien im Landtag vertreten sind. In Niedersachsen gilt im Übrigen die Fünf-Prozent-Hürde: Parteien, die weniger als fünf Prozent der gültigen Stimmen erreichen, sind von der Sitzverteilung ausgeschlossen.

Quelle: ntv.de, mit Material von AFP, dpa, rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen