Politik

Erfolge für Grüne, AfD und Linke Diese Direktmandate erringen kleinere Parteien

Die Deutschlandkarte wird bunter. Prägten bei früheren Wahlen vor allem die Farben Rot und Schwarz neben vereinzelten bunten Flecken das Bild, sind nun zahlreiche der insgesamt 299 Wahlkreise in der Bundesrepublik grün, blau oder rosa gefärbt. In diesen Regionen siegten Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen, AfD und Linkspartei. Die Vertreter von SPD und Union hatten das Nachsehen. Ein Überblick über die gewonnenen Direktmandate der kleineren Parteien.

Grüne können sich auf urbane Milieus verlassen

Bündnis 90/Die Grünen verbuchten bei der Bundestagswahl ein historisch gutes Ergebnis, wenn auch weit entfernt von zwischenzeitlichen Umfragehöhen deutlich über 20 Prozent. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erhielten sie 14,8 Prozent der gültigen Zweitstimmen. Auch die Ausbeute bei den Erststimmen dürfte die Partei um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erfreuen. In 16 Wahlkreisen gewannen nach Angaben des Bundeswahlleiters die grünen Direktkandidatinnen und -kandidaten. Das war 2017 nur Canan Bayram in Berlin gelungen, und zwar in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost, dem vormaligen Wahlkreis von Hans-Christian Ströbele.

  1. Auch bei dieser Wahl schafft es Bayram mit 37,8 Prozent direkt in den Bundestag.
  2. In Berlin-Pankow ist Stefan Gelbhaar mit 25,5 Prozent der Stimmen erfolgreich, wo 2017 noch die Linke eine Direktmandat erzielt hatte.
  3. Hanna Steinmüller vertritt Berlin-Mitte. Sie erringt 30,5 Prozent.
  4. Mit 28,1 Prozent siegt Parteichef Robert Habeck im Wahlkreis Flensburg-Schleswig.
  5. In Hamburg-Altona erringt Linda Heitmann mit 29,6 Prozent knapp vor der SPD (28,6 Prozent) das Direktmandat.
  6. Ebenfalls knapp siegt Till Steffen in Hamburg-Elmsbüttel. Er kommt auf 29,9 Prozent der Stimmen (SPD: 29,6).
  7. Münster wird zukünftig von Maria Klein-Schmeink im Bundestag vertreten. Sie holt 32,3 Prozent der Erststimmen.
  8. Oliver Krischer wird im Wahlkreis Aachen I mit 30,2 Prozent der Stimmen gewählt.
  9. Köln II geht mit 34,6 Prozent und deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz an Sven Lehmann.
  10. Omid Nouripour holt sich mit 29,0 Prozent der Erststimmen den Wahlkreis Frankfurt am Main II.
  11. Bonn entscheidet sich knapp für Kathrin Uhlig (25,2 Prozent).
  12. 30,2 Prozent der Stimmen reichen Franziska Katharina Brantner für das Direktmandat in Heidelberg.
  13. Zoe Mayer zieht mit 30 Prozent für den Wahlkreis Karlsruhe-Stadt in den Bundestag.
  14. Ex-Parteichef Cem Özdemir siegt mit deutlichen 40 Prozent im Wahlkreis Stuttgart I.
  15. Die Wählerinnen und Wähler aus Freiburg schicken Chantal Kopf mit 28,8 Prozent der Erststimmen nach Berlin.
  16. Jamila Schäfer setzt sich in München-Süd denkbar knapp gegen die Konkurrenz der CSU durch (27,5 Prozent gegen 26,8 Prozent).
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Blauer Osten

Obwohl die AfD laut vorläufigem amtlichen Endergebnis weniger Zweistimmen als noch 2017 errang (10,3 Prozent im Vergleich zu 12,6 Prozent), legte die Partei bei den Direktmandaten ordentlich zu. Genauso wie bei den Grünen siegten ihre Kandidaten und zwei Kandidatinnen in 16 Wahlkreisen - allesamt in Ostdeutschland gelegen. Bei der vergangenen Bundestagswahl waren es nur drei gewesen.

  1. Parteichef Tino Chrupalla sichert sich erneut das Direktmandat im sächsischen Görlitz. Er erhält 35,8 Prozent.
  2. Bautzen I geht mit 33,4 Prozent an Karsten Hilse.
  3. Steffen Janich wird mit 33 Prozent im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gewählt.
  4. 31 Prozent der Abstimmenden in Meißen entscheiden sich für Barbara Lenk.
  5. In Mittelsachsen siegt mit 33,4 Prozent Carolin Bachmann.
  6. Thomas Eckhard Dietz vertritt mit 31,7 Prozent den Erzgebirgskreis I im deutschen Bundestag.
  7. Das Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II entscheidet sich mehrheitlich für Mike Moncsek (28,9 Prozent).
  8. Matthias Moosdorf wird in Zwickau mit 25,6 Prozent zum Direktkandidaten gewählt.
  9. Stephan Brandner erringt das Mandat in Gera - Greiz - Altenburger Land (29 Prozent).
  10. Leipzig-Land stimmt mit 24,6 Prozent für Edgar Naujok.
  11. In Nordsachsen wird René Bochmann gewählt. Er erhält 27,8 Prozent der Stimmen.
  12. Michael Kaufmann siegt mit 29,3 Prozent im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Holzland-Kreis - Saale-Orla-Kreis.
  13. Gotha - Ilm-Kreis geht mit 26,5 Prozent an Marcus Bühl.
  14. Klaus Stöber setzt sich in Eisenach - Wartburgkreis - Unstrut-Hainich-Kreis mit 24,8 Prozent knapp durch.
  15. Mit 0,2 Prozent Vorsprung vor der CDU schafft es Robert Farle (25,1 Prozent) von Mansfeld nach Berlin.
  16. Im nächsten Bundestag vertritt Kay-Uwe Ziegler den Wahlkreis Anhalt (24,2 Prozent).
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Drei Direktkandidaten retten Linksfraktion

Die Linke schafft es bei der diesjährigen Bundestagswahl nicht über die Fünf-Prozent-Hürde. Nichtsdestotrotz wird die Partei mit voraussichtlich 39 Abgeordneten vertreten sein. Der Grund? In drei Wahlkreisen erringen die Kandidatinnen und Kandidaten ein Direktmandat. Im Vergleich zur Wahl 2017 sind das zwar zwei weniger, doch dank der sogenannten Grundmandatsklausel darf die Partei trotzdem eine Fraktion im Parlament bilden. Diesen drei Personen hat die Linke diesen Umstand zu verdanken:

  1. Gesine Lötzsch erringt 25,8 Prozent in Berlin-Lichtenberg.
  2. Auch bei dieser Wahl setzt sich Gregor Gysi in Berlin-Treptow-Köpenick durch. Er erhält 35,4 Prozent der Stimmen.
  3. Leipzig II geht an Sören Pellmann (22,8 Prozent). Mit rund 8000 Stimmen Vorsprung sichert er das Überleben der Linke-Fraktion.

Quelle: ntv.de

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