Politik

Fragen zu Sturmgewehr des Sohnes El Paso: Mutter des Täters rief bei Polizei an

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In El Paso gingen Demonstranten auf die Straße, um gegen das aktuelle Waffenrecht in den USA zu demonstrieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hätte die Bluttat von El Paso durch strengere Waffengesetze verhindert werden können? Diese Frage treibt derzeit die Vereinigten Staaten um. Ein Medienbericht könnte die Debatte nun weiter anheizen: Denn der Mutter des Tatverdächtigen war dessen Waffe nicht geheuer. Sie meldete sich bei der Polizei.

Die Mutter des 21 Jahre alten mutmaßlichen Schützen von El Paso soll bei der Polizei Wochen vor der Bluttat angerufen und sich besorgt gezeigt haben, dass ihr Sohn in seinem Alter und ohne Waffenerfahrung ein Sturmgewehr vom Typ AK besitze. Das berichtet der US-Sender CNN unter Berufung auf die Anwälte der Familie. Sie habe aber nicht vor einer möglichen Attacke ihres Sohnes gewarnt, hieß es.

Die Mutter soll ihre Identität bei dem Anruf nicht preisgegeben haben. Es ist unklar, ob sie sich bei dem Gespräch mit der Behörde im texanischen Allen auf die Waffe bezog, mit der ihr Sohn im fast 1000 Kilometer entfernten El Paso um sich schoss. Der Polizeibeamte habe ihr gesagt, der Waffenbesitz ihres Sohnes sei legal, zitierte CNN die Anwälte weiter. Aufzeichnungen über das Telefonat lägen nicht vor, antwortete die Polizei auf Anfrage des Senders.

Der 21-Jährige hatte in El Paso an der Grenze zu Mexiko am Samstag in einem Einkaufszentrum um sich gefeuert. Insgesamt kamen 22 Menschen ums Leben, darunter mehrere Mexikaner und auch ein Deutscher. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Hintergrund aus. Der mutmaßliche Täter, ein Weißer, ergab sich der Polizei und ist in Gewahrsam.

Der mutmaßlich terroristische Angriff und eine Attacke in Dayton im Bundesstaat Ohio, wo wenige Stunden später ein weiterer Schütze neun Menschen tötete, haben eine Debatte über Waffengewalt in den USA ausgelöst. Präsident Donald Trump wurde von mehreren Seiten aufgerufen, eine Verschärfung der Waffengesetze anzustoßen. Der demokratische Senator aus Ohio, Sherrod Brown, erklärte, er habe an Trump appelliert, sich für eine Sondersitzung des republikanisch dominierten Senats einzusetzen, um dort die Einführung strenger Hintergrundchecks für Waffenkäufer zu beschließen.

Vorwürfe gegen Trump wegen Rhetorik

Das von den Demokraten dominierte Repräsentantenhaus hatte bereits im Februar einen Gesetzentwurf dazu verabschiedet. Die Demokraten werfen dem Mehrheitsführer im Senat, dem Republikaner Mitch McConnell, vor, eine Abstimmung darüber in der Kammer jedoch zu blockieren. Trump sagte, Hintergrundchecks für Waffenbesitzer seien wichtig. Dafür gebe es im Kongress in beiden Parteien große Unterstützung. Unklar ist aber, ob Trump den Entwurf der Demokraten unterstützt oder nur Checks in geringerem Umfang befürwortet.

"Ich will mental instabilen Menschen keine Waffen geben, oder Menschen mit Wut und Hass, oder kranken Menschen", sagte er. Weitergehende Schritte wie ein Verbot von Sturmgewehren hätten keine Unterstützung, sagte er. Kritiker werfen dem Präsidenten ferner vor, mit seiner Rhetorik gegen Migranten den Rassismus im Land zu befeuern. Sie sehen daher eine Mitschuld Trumps an der rassistisch motivierten Attacke von El Paso.

Der mutmaßliche Täter dort soll seinen Angriff "als Antwort auf die hispanische Invasion in Texas" bezeichnet haben. Trump hatte die Eindämmung illegaler Einwanderung über die Grenze zu Mexiko zu seiner Priorität gemacht und dabei selbst öfter von "Invasion" gesprochen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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