Politik

Julia Klöckner im "Frühstart" "Frauen sind keine Gebärmaschinen"

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Die CDU-Politikerin Julia Klöckner weist die Forderung der AfD nach einer höheren Geburtenrate im "ntv Frühstart" entschieden zurück. Gegen die Wirtschaftsflaute nimmt sie den Kanzler in die Pflicht: Es brauche einen Krisengipfel und ganze Maßnahmenpakete.

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Julia Klöckner, schlägt einen ganzen Maßnahmenkatalog vor, um die lahmende Wirtschaft in Deutschland zu beleben. "Wenn man in einer Krise ist, dann hilft es nicht, hier irgendein kleines Programm oder dort eins zu machen, sondern Sofortprogramm heißt, ein Bündel an Maßnahmen, das unsere Wirtschaft entlastet", sagte Klöckner in der ntv-Sendung "Frühstart". Die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin schlägt vor, die Stromsteuer und die Netzentgelte zu senken, den Spitzenausgleich zu belassen sowie Turbo- und Superabschreibungen zu erlauben.

"Arbeit und Leistung müssen sich lohnen", sagte die CDU-Politikerin aus Rheinland-Pfalz, Überstunden sollten steuerfrei sein. Den Bundeskanzler forderte sie auf, einen Krisengipfel im Kanzleramt mit allen Ministerien abzuhalten. "Damit diese endlich an einem Strang ziehen und sich nicht das Finanz- und das Wirtschaftsministerium blockieren und gar nichts geschieht, und unsere Wirtschaft abwandert oder die Türe zuschließt."

Den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, die in Deutschland abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen, unterstützte sie ausdrücklich. "Wenn die Kriterien neu sind, muss man auch neu entscheiden", sagte Klöckner. "In so einer Energiemangellage, in der die Energiekosten so hoch sind, darf man nicht noch eine Energiequelle abschalten."

Scharfe Kritik an AfD-Vorschlag

Die Idee des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla, den Fachkräftemangel in Deutschland durch eine höhere Geburtenrate zu beheben, weist Klöckner zurück. "Ganz normal ist der Herr aus der AfD sowieso nicht, um es mal etwas salopp zu sagen", sagte die stellvertretende CDU-Chefin. "Darauf haben wir jetzt alle noch gewartet, dass uns die AfD eine Geburtenrate vorgibt", so Klöckner weiter. "Frauen sind keine Gebärmaschinen für die Wirtschaft."

Die wirtschaftspolitische Sprecherin fordert stattdessen ernstzunehmende Konzepte. "Wir haben über zwei Millionen offene Arbeitsstellen, wir haben arbeitsfähige Bürgergeldempfänger. Wir haben mehrere Millionen Arbeitslose in einem arbeitsfähigen Alter." Es seien nicht alle gesundheitlich eingeschränkt. Klöckner: "Solidarität darf man nicht als Einbahnstraße verstehen."

Quelle: ntv.de, cwi

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