Politik

Gibt Schuldigen und Opfer Gauck: Könnten Ukraine noch mehr helfen

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"Hier gibt es eindeutig einen Schuldigen und ein Opfer", sagte Gauck mit Blick auf den Ukraine-Krieg.

(Foto: picture alliance / photothek)

Im Ukraine-Krieg sieht Joachim Gauck die Rolle des Schuldigen eindeutig besetzt. Es sei an der Regierung, in einem solchen Fall an der Seite des Überfallenen zu stehen, appelliert der ehemalige Bundespräsident. Ein sonst "ehrenwerter" Pazifismus habe an dieser Stelle keinen Platz.

Altbundespräsident Joachim Gauck hat sich für eine klare und starke Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine ausgesprochen. Es gebe bei diesem Krieg eindeutig einen Aggressor und ein Opfer, und es sei nicht wie so oft im Leben, dass beide an einem Konflikt irgendwie schuld seien. "Hier gibt es eindeutig einen Schuldigen und ein Opfer", sagte Gauck am Rande des Europäischen Jugendtreffens der christlich-ökumenischen Taizé-Gemeinschaft in Rostock, wo er am Mittagsgebet teilnahm. Eine richtige Politik unterstütze den Überfallenen.

Er selbst habe Schwierigkeiten mit einem politischen Pazifismus. Pazifismus als individuelle Entscheidung sei "achtens- und ehrenwert". "Eine Politik des Pazifismus, die nicht wagt, Partei zu ergreifen, auch wenn ganz klar Opfer und Täter zu erkennen sind, ist für mich ethisch nicht nachzuvollziehen, übrigens auch religiös nicht", so Gauck weiter. Er befürworte eine starke Unterstützung eines überfallenen Opfers. "Von daher bin ich dankbar, dass unsere Regierung Partei ergreift, der Bundespräsident (Frank-Walter Steinmeier) hat sogar vom Bösen gesprochen, das uns hier begegnet. Ich gehöre allerdings auch zu denen, die sagen, da könnten wir noch ein wenig mehr tun, um den überfallenen Opfern zu helfen."

In seiner Weihnachtsansprache hatte Bundespräsident Steinmeier allen gedankt, "die sich in diesem Jahr für andere eingesetzt haben". In diesem Jahr sei es "wohl unser sehnlichster Wunsch, dass wieder Friede herrscht", sagte er. Dieser Friede sei jedoch noch nicht greifbar, sagte Steinmeier weiter. Es müsse ein "gerechter Friede sein, der weder den Landraub belohnt noch die Menschen in der Ukraine der Willkür und Gewalt ihrer Besatzer überlässt".

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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