Politik

"Sehr bittere Niederlage" Hans kündigt nach Wahldebakel Konsequenzen an

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Begeisterte mit seinem Kurs zu wenig Wähler: Tobias Hans.

(Foto: dpa)

Bereits in den Umfragen deutet sich ein Wahldebakel für die CDU im Saarland an. Nach den ersten Hochrechnungen herrscht Gewissheit. Das historisch schlechte Ergebnis geht auch auf der Kappe von Ministerpräsident Hans, der nun Konsequenzen ankündigt.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans will nach der Wahlniederlage seiner CDU bei der Landtagswahl "natürlich persönliche Konsequenzen ziehen". Wie dies genau ablaufen solle, werde in den Parteigremien besprochen, sagte Hans in Saarbrücken. Hans sprach von einer "sehr bitteren Niederlage" für die CDU, für die er die Verantwortung übernehme.

Es sei nun an der SPD zu entscheiden, ob und mit wem sie koalieren wolle, sagte Hans weiter. Hochrechnungen zufolge gewann die SPD von Spitzenkandidatin Anke Rehlinger die Landtagswahl deutlich, während die CDU auf ein historisches Tief abstürzte. Hans hatte das Ministerpräsidentenamt im Jahr 2018 von seiner Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer übernommen, die nach Berlin wechselte.

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Für Hans kam ohnehin nur die Fortsetzung der Großen Koalition infrage. Bereits in den Umfragen vor der Wahl hatte sich das Wahldebakel für die CDU angedeutet. Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF kam dann die Gewissheit. Die SPD verbuchte mehr als 43 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur Wahl 2017 (29,6 Prozent) bedeutet dies ein Plus von mehr als 13 Punkten. Die CDU stürzte hingegen auf nur noch etwa 27,5 Prozent ab (2017: 40,7 Prozent) - ihr schlechtestes Ergebnis an der Saar seit mehr als sechs Jahrzehnten. "Ich weiß, wenn man solche Zahlen sieht, dann will man weg. Dann will man eigentlich am liebsten das Weite suchen, den Kopf in den Sand stecken, sich ins Bett legen - aber das, liebe Freunde, ist nicht unsere CDU-Saar", sagte Hans. Seine Partei kämpfe auch dann, wenn sie verloren habe.

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Seit 2009 war Hans Mitglied im Saarbrücker Landtag. Mit 44 Jahren war er unter den männlichen Regierungschefs der jüngste im Amt. Hans hatte mit seiner Politik vor allem auf Strukturwandel und Zukunftstechnologien gesetzt. Er kämpfte für die Ansiedlung von Unternehmen, die wegen IT-Forschung an die Saar kommen und neue Arbeitsplätze schaffen, sowie für mehr Digitalisierung, Abbau von Bürokratie, moderne Schulen mitsamt einer neuen internationalen Schule. Im Gegensatz zu SPD und Grünen wollte er jedoch keinen "massiven Zubau von Windenergie".

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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