Politik

Es geht um Grundschul-Lehrpläne In Florida gilt jetzt das "Don't Say Gay"-Gesetz

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Die konservativen Republikaner als Verbotspartei?

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Die Republikaner in Florida verbieten Lehrkräften ein weiteres Thema. Nachdem der Senat des US-Bundesstaates im Februar ein Gesetz gegen die Auseinandersetzung mit Rassismus verabschiedet hat, sind jetzt auch sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität tabu. Gouverneur DeSantis freut das sehr.

Floridas konservativer Gouverneur Ron DeSantis hat ein umstrittenes Gesetz in Kraft gesetzt, das den Unterricht über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in Grundschulen verbietet. "Wir werden dafür sorgen, dass Eltern ihre Kinder zur Schule schicken können, um Bildung zu erhalten, keine Indoktrination", sagte der Republikaner, bevor er das Gesetz unterzeichnete.

Die oppositionellen Demokraten und Vertreter der LGBTQ-Gemeinschaft haben das Gesetz scharf kritisiert und ihm den Namen "Don't Say Gay" - etwa: Sag nicht schwul - verpasst. Der demokratische Bildungsminister Miguel Cardona hatte nach dem vorangegangenen Senatsbeschluss kritisiert, das Gesetz basiere "auf Hass und Diskriminierung".

Das vor gut drei Wochen vom Parlament des konservativ regierten Bundesstaats verabschiedete Gesetz betrifft Kinder vom Kindergarten bis zur dritten Klasse. Es verbietet, über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität "in einer Weise zu unterrichten, die nicht alters- oder entwicklungsgemäß für Schüler" ist. Nach Ansicht von Kritikern ermöglicht diese Formulierung, das Gesetz auch auf ältere Kinder anzuwenden.

"Er hat die Schulen weniger sicher für Kinder gemacht"

Die Republikaner entgegnen, der Gesetzentwurf verbiete lediglich, die Themen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in den offiziellen Lehrplan aufzunehmen. Lehrer könnten weiterhin spontan über das Thema sprechen, wenn Kinder danach fragten.

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Die Organisation Equality Florida, die sich für LGBTQ-Rechte einsetzt, kritisierte DeSantis für die Unterzeichnung des Gesetzes. Der Gouverneur habe damit den "Ruf unseres Staates als einladender und integrativer Ort für alle Familien beschädigt, er hat uns zum Gespött und zum Ziel landesweiten Hohns gemacht", erklärte die Organisation. "Was noch schlimmer ist. Er hat die Schulen weniger sicher für Kinder gemacht."

Die Republikaner in Florida kämpfen seit Monaten dafür, dass Eltern ein größeres Mitspracherecht darüber haben, was ihre Kinder in der Schule lernen. Neben sexueller Orientierung geht es dabei auch um den Umgang mit Rassismus. Im Februar hatte das Unterhaus des Parlaments von Florida einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Unterricht über Rassismus-Themen als Teil der offiziellen Lehrpläne verbietet.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP

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