Politik

Reaktion auf Brandballons Israel fliegt wieder Luftangriffe auf Gaza

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Aus Protest gegen den Flaggenmarsch ultrarechter Israelis in Jerusalem verbrennen palästinensische Jugendliche Autoreifen an der Grenze zu Israel.

(Foto: dpa)

Seit gut drei Wochen hält der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen. Doch das Abkommen ist fragil. Nachdem militante Palästinenser Brandballons in Richtung Israel schicken, schlägt dessen Luftwaffe zurück.

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hamas im Mai haben israelische Kampfflugzeuge wieder militärische Einrichtungen der Palästinenserorganisation im Gazastreifen angegriffen. Die israelische Armee reagierte damit nach eigenen Angaben auf Attacken mit Brandballons aus dem Palästinensergebiet. Bei Protesten gegen den sogenannten Flaggenmarsch in Jerusalem hatten Demonstranten am Dienstag an Ballons befestigte Brandsätze in den Süden Israels fliegen lassen, die dort nach Angaben der israelischen Feuerwehr mindestens 20 Brände verursachten. Als Vergeltung flog die israelische Luftwaffe in der Nacht Angriffe im Gazastreifen, wie die Armee bei Twitter bestätigte.

Beschossen wurden demnach Standorte der Hamas, die die radikalislamische Palästinenserorganation vor allem für Versammlungen genutzt habe. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Gaza waren mehrere Explosionen zu hören. Verletzt wurde demnach niemand. Bei der Bombardierung von zwei Militärposten der Hamas sei jedoch großer Schaden entstanden.

Es waren die ersten israelischen Luftangriffe im Gazastreifen seit dem Ende des elftägigen Konflikts zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Mai. Der Konflikt war am 10. Mai eskaliert, als die Hamas als Reaktion auf Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei in Ost-Jerusalem massiv Raketen auf Israel abgefeuert hatte.

Bis zum Inkrafttreten einer Waffenruhe am 21. Mai wurden 260 Palästinenser im Gazastreifen getötet, darunter auch dutzende Kinder. Bei den Raketenangriffen auf Israel starben nach Armeeangaben 13 Menschen, darunter ein Kind und eine Jugendliche. Ägypten vermittelte schließlich die Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Der Flaggenmarsch anlässlich des sogenannten Jerusalem-Tags war ursprünglich am 10. Mai geplant gewesen und wegen der Raketenangriffe der Hamas abgebrochen worden.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa

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