Politik

Odyssee durch Kriegsgebiet Konvoi erreicht nach drei Tagen Saporischschja

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Die Menschen waren tagelang unterwegs.

(Foto: REUTERS)

Noch immer versuchen Menschen in der Ukraine, die besonders umkämpften Gebiete zu verlassen. Nach Tagen des Wartens und Umherirrens kommt ein Autokonvoi mit vielen Fliehenden in Saporischschja an. Für die in Mariupol verbliebenen Marineinfanteristen liegt diese Sicherheit noch in weiter Ferne.

Ein großer Konvoi aus Autos und Lieferwagen ist sicher mit Flüchtlingen aus Mariupol in der ukrainisch kontrollierten Stadt Saporischschja angekommen. Die Flüchtlinge mussten Mariupol zuvor auf eigene Faust verlassen und sich allein bis nach Berdjansk, etwa 80 Kilometer weiter westlich, durchschlagen. Von dort aus konnten sie mit den Rettungsfahrzeugen ins 200 Kilometer entfernte Saporischschja in Sicherheit gebracht werden.

Petro Andrjuschtschenko, ein Berater des Bürgermeisters von Mariupol, hatte zuvor gesagt, dass der Konvoi zwischen 500 und 1000 Autos umfasste und damit die größte Evakuierungsmaßnahme in der Stadt seit dem Einmarsch der Russen am 24. Februar war. Der Konvoi habe mehr als drei Tage darauf gewartet, in Saporischschja einfahren zu dürfen, schrieb Andrjuschtschenko, auf seinem Telegram-Kanal.

In einem dramatischen Appell hat der ukrainische Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen in Mariupol zuvor um eine Evakuierung in einen Drittstaat gebeten. "Wir appellieren an alle führenden Politiker der Welt, uns zu helfen", sagt er in einer Videobotschaft auf Facebook. Seit Tagen haben sich ukrainische Soldaten und auch Zivilisten im Stahlwerk von Mariupol in Sicherheit gebracht. Die ukrainische Regierung hatte zuletzt erklärt, alles dafür zu tun, um die Verteidiger der Hafenstadt über Verhandlungen mit Russland aus der Industriezone herauszuholen. Das sei schwierig, hieß es.

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Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk teilte am Samstag mit, es gehe aktuell um Verhandlungen für 60 Menschen, darunter verletzte Kämpfer und medizinisches Personal. "Dort sind einige Hundert Verletzte, sie müssen zuerst gerettet werden, weil die Russen für alle auf einmal keine Zustimmung erteilen", sagte sie.

Der russische Präsident Wladimir Putin, der den Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen hatte, hatte die Kämpfer aufgefordert, die Waffen niederzulegen und sich in Gefangenschaft zu begeben. Die Männer und Frauen, die sich in dem Werk verschanzt haben, lehnten eine Kapitulation allerdings mehrfach ab. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte gesagt, dass für die Verhandlungen einflussreiche Vermittler herangezogen würden. "Natürlich tun wir alles dafür, um alle Übrigen, jeden unserer Verteidiger und Verteidigerinnen da herauszuholen."

Quelle: ntv.de, sba/rts/dpa

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