Politik

"Bin sehr besorgt" Lauterbach: So kommt die dritte Welle

Karl Lauterbach (SPD) gibt im Bundestag ein Pressestatement. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Lauterbach lobt den Beschluss, befürchtet aber dennoch eine dritte Welle.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild)

Die neuen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern sehen Lockerungen nur unter strengen Bedingungen vor. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach lobt zwar Teile des Pakets. Er fürchtet aber, dass nun die dritte Welle heranrollt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich nach dem neuen Corona-Beschluss von Bund und Ländern besorgt geäußert. "Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass mit diesem Beschluss die 3. Welle langsam anläuft", schrieb er auf Twitter. Es könne zwar sein, dass das "Terminshopping und Aussengastro" kurz anliefen. Aber: "Spätestens Anfang April liegt die Inzidenz über 100 und das Intermezzo ist beendet."

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten am späten Mittwochabend Kriterien für Wege aus dem Lockdown beschlossen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 soll beispielsweise der Einzelhandel wieder öffnen. Allerdings sollen nur wenige Kunden gleichzeitig die Geschäfte betreten dürfen. Liegt der Wert unter 100, soll ab dem 8. März Einkaufen mit Termin möglich werden. Auch Einrichtungen wie Museen und Zoos dürfen dann so verfahren. Bleibt die Inzidenz unter 100, soll es noch im März und dann im April weitere Lockerungen geben. An diesem Donnerstag liegt die bundesweite Inzidenz laut Robert-Koch-Institut bei 64,7 - Tendenz steigend.

Lauterbach schrieb, die "Notbremse ab Inzidenz 100" sei wichtig. Wenn diese Anfang April erreicht werde, müsse man "neu aufsetzen mit den dann hoffentlich vorhandenen Antigen-Selbsttests". "Der Weg dahin kostet viele Covid-Fälle und bringt auch der Wirtschaft wahrscheinlich wenig". Die neuen Beschlüsse sehen eine Rückkehr zum derzeit noch geltenden Lockdown vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 100 überschreitet. Sollte Lauterbach recht behalten, könnten Läden und Geschäfte nur zwei bis drei Wochen öffnen, und das auch nur für weniger Kunden als üblich.

Astrazeneca-Impfstoff wohl bald auch für Ältere

Schnell- und Selbsttests sollen künftig eine wichtige Rolle spielen. Zwar ist noch unklar, ob die Bundesregierung eine ausreichende Menge dieser Präparate zur Verfügung stellen kann, sie sind aber fester Bestandteil der Pläne. Sie sollen unter anderem Besuche in der Außengastronomie, in Theatern, Opernhäusern oder Kinos ermöglichen. Lauterbach bezeichnete Selbsttests in einem weiteren Tweet als "ideale Brückentechnologie bis zur Impfungs-Herdenimmunität".

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Lauterbach lobte zudem, dass der Impfstoff von Astrazeneca künftig auch älteren Menschen verabreicht werden dürfte und Impfintervalle gestreckt werden sollen. Die Entscheidung darüber liegt aber bei der Ständigen Impfkommission (Stiko). Im Beschlusspapier heißt es dazu, Studien aus Großbritannien zeigten eine hohe Wirksamkeit auch in der älteren Bevölkerung. "Dazu erwarten Bund und Länder eine kurzfristige Entscheidung der Stiko über die Empfehlung des Impfstoffs für die Bevölkerungsgruppe über 65 Jahre".

Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz ist bereits für den 22. März geplant, da freiheitliche Beschränkungen, wie sie der Lockdown mit sich bringt, immer nur für vier Wochen beschlossen werden dürfen. In der Vergangenheit war es mehrmals so, dass vorherige Beschlüsse wieder aufgehoben wurden. Bei der letzten Lockdown-Verlängerung war beispielsweise noch eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 zur Bedingung für Lockerungen genannt worden.

Quelle: ntv.de, vpe

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