Politik

Ausländischem Einfluss vorbeugen Lauterbach will Pharmafirmen schützen

Lauterbach gilt als SPD-Gesundheitsexperte und ist unter anderem studierter Epidemiologe.

Lauterbach ist SPD-Gesundheitsexperte und unter anderem studierter Epidemiologe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Suche nach Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus entwickelt sich zum weltweiten Wettlauf. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert nun, Pharmafirmen vor der Übernahme durch ausländische Investoren zu schützen - diese könnten sonst die Mittel gegen das Virus "an sich ziehen".

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat für einen besseren Schutz deutscher Pharma-Unternehmen vor Übernahmen durch ausländische Investoren aus Drittländern plädiert. Eine entsprechende Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes sei "unbedingt notwendig und wichtig", sagte Lauterbach der ARD.

Die Novelle bezeichnete er als "Vorbeugemaßnahme". Sie dürfe nicht in jedem Bereich eingesetzt werden. "Wo es um die zentrale Versorgung mit Gesundheitsgütern geht, müssen wir das aber machen", sagte Lauterbach. Es könne nicht sein, dass ein in Deutschland entwickeltes Medikament oder ein Impfstoff erst im Ausland und dann in Deutschland verkauft werde. "Hätten wir einen Durchbruch, würden internationale Investoren versuchen, das an sich zu ziehen", sagte Lauterbach.

In der Novelle ist geplant, dass die Bundesregierung künftig nicht mehr den Nachweis einer tatsächlichen Gefährdung für die öffentliche Sicherheit durch den Einstieg eines Investors von außerhalb der EU erbringen muss. Stattdessen soll eine "voraussichtliche Beeinträchtigung" reichen. Zudem sollen meldepflichtige Erwerbe im Bereich kritischer Infrastruktur und weiterer ziviler Sicherheitsbereiche erst dann wirksam werden, wenn die Übernahme als unbedenklich eingestuft wurde.

Erst im März wollte US-Präsident Trump angeblich die deutsche Firma CureVac für eine Milliarde US-Dollar kaufen. Das Tübinger Unternehmen hatte zwei mögliche Kandidaten für einen Corona-Impfstoff im Blick. CureVac dementierte die Übernahme-Gerüchte - ein solches Angebot hätte es nie gegeben. Als einziges deutsches Unternehmen hatte die Firma aber an einer Gesprächsrunde im Weißen Haus teilgenommen.

Lauterbach ist promovierter Humanmediziner. Zusätzlich hat er in Harvard Gesundheitsökonomie und Epidemiologie studiert. Er kritisierte zuletzt unter anderem den Neustart der Bundesliga im Gespräch mit ntv.

Quelle: ntv.de, agr/AFP