Politik

Stimmen, auf die man hören könne Merkel stellt sich auf Seite der Wissenschaft

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Merkel ist froh über die kompetente Beratung deutscher Virologen und Epidemiologen.

(Foto: REUTERS)

Die Kanzlerin verteidigt die enge Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der Wissenschaft. Man habe jeden Tag viel dazugelernt. Sie freue sich, dass Deutschland herausragende Virologen und Epidemiologen habe.

In der Corona-Krise hat Kanzlerin Angela Merkel um Verständnis für Grenzen und Möglichkeiten der Wissenschaft geworben. Sowohl das Virus als auch Erkenntnisse könnten sich verändern, sagte die CDU-Politikerin nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten. "Damit müssen wir leben, das ist Teil unserer aufgeklärten Gesellschaft. Und es wäre nichts schlimmer, als wenn Wissenschaftler uns ihre letzten Erkenntnisse nicht mitteilen würden."

Entscheidungen müssten dann aber politisch fallen, unter Einbeziehung der Erkenntnisse verschiedener Disziplinen und der Abwägung unterschiedlicher Interessen, sagte Merkel. So dürfe das Gesundheitssystem nicht überfordert werden, gleichzeitig müsse aber auch die Wirtschaft weiterarbeiten können.

Sie freue sich, dass Deutschland herausragende Wissenschaftler in den Bereichen Virologie und Epidemiologie habe, "auf deren Stimme wir hören können und auf deren Stimme auch viele andere außerhalb Deutschlands hören", sagte Merkel. Mit dem Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité habe Deutschland immerhin jenen Forscher, der den ersten Test für das Coronavirus entwickelt habe. "Da kann man sich schon freuen, wenn das einer ist, der sozusagen in Deutschland arbeitet. Denn ohne diese Tests wären wir ja in einer ziemlich schwierigen Lage."

"Wir haben unglaublich viel jeden Tag gelernt"

Sie verteidigte auch die Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts gegen Kritik an den Anpassungen bei der Berechnung der Reproduktionszahl R. Unter anderem hatte FDP-Vize Wolfgang Kubicki dem RKI sogar unterstellt, mit den offiziellen Corona-Zahlen politische Motive zu verfolgen. Diese "vermitteln eher den Eindruck, politisch motivierte Zahlen zu sein als wissenschaftlich fundiert", sagte er.

Die Epidemiologen sagten, R müsse unter 1 bleiben, damit die Zahl der Neuinfektionen zurückginge, sagte die Kanzlerin und erklärte, warum dies so wichtig ist. "Wenn wir 40.000 Infizierte haben und jeden Tag 1500 Neuinfizierte, dann können 400 Gesundheitsämter das verfolgen." Hätte man, wie am Anfang der Pandemie in Deutschland, weiter jeden einzelnen Fall verfolgen können, wären manche Maßnahmen nicht notwendig gewesen, sagt sie. Inzwischen seien die Gesundheitsämter fitter und man habe einen genauen Überblick über die Kapazitäten an Intensivbetten. "Wir haben unglaublich viel jeden Tag gelernt." Es sei richtig gewesen, auf Verdopplungszahl und Reproduktionsrate zu verweisen, um das exponentielle Wachstum zu erklären. "Keine dieser Zahlen ist falsch", sagte sie.

Quelle: ntv.de, kwe/dpa

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