Politik

"Meiner Bitte gefolgt" Merz dankt Selenskyj für Einladung Steinmeiers

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Merz sieht den Anruf aus Kiew im Schloss Bellevue als Ergebnis seiner Initiative.

(Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto)

In einem Telefonat legen der ukrainische Präsident Selenskyj und Bundespräsident Steinmeier ihre Differenzen bei. Es folgt eine Einladung nach Kiew. Nur wenig später lässt CDU-Chef Merz wissen, dass er maßgeblich für das Gespräch verantwortlich ist.

CDU-Chef Friedrich Merz hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Kiew gedankt. "Ich bin Präsident Selenskyj sehr dankbar, dass er meiner Bitte um eine Einladung des Bundespräsidenten gefolgt ist", twitterte Merz. "Der Weg ist jetzt frei für persönliche Begegnungen des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers mit Präsident Selenskyj in Kiew."

Der Oppositionsführer war am Dienstag als erster hochrangiger deutscher Politiker in Kiew gewesen und hatte rund eine Stunde lang mit Selenskyj gesprochen. Steinmeier telefonierte im heutigen Tagesverlauf mit dem ukrainischen Präsidenten. Dabei lud dieser nach Angaben des Bundespräsidialamts seinen deutschen Kollegen und die gesamte Bundesregierung zu Besuchen in Kiew ein.

Der "Spiegel" zitiert Kreise das Bundespräsidialamtes wonach sich Merz in Kiew für Steinmeier eingesetzt habe. Zugleich blieb aber offen, ob es tatsächlich die Mahnung des CDU-Politikers war, in deren Folge Selenskyj die Berliner Nummer wählte. Signale für ein Gespräch seien schon vor der Reise von Merz angekommen, hieß es vielmehr. Am Abend meldet Reuters unter Berufung auf Insider, dass die Anfrage für das Telefonat am Dienstagmorgen eingegangen sei. Zu dieser Zeit hatte sich Merz noch nicht mit Selenskyj getroffen.

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Zwischen Steinmeier und Selenskyj hatte es jüngst Verstimmungen gegeben. Der Bundespräsident wollte eigentlich zusammen mit seinen Kollegen aus Polen und den baltischen Ländern nach Kiew reisen, war dann aber kurzfristig ausgeladen worden.

Kanzler Olaf Scholz hatte mit Verweis auf diesen Vorgang einen eigenen Besuch in Kiew abgelehnt. Erst am Vortag forderte der Regierungschef von der ukrainischen Regierung einen Schritt zur Lösung des diplomatischen Streits. "Ich kann für uns alle drei sagen, dass es für die deutsche Regierung und das deutsche Volk ein Problem ist, dass der Bundespräsident gebeten wurde, nicht zu kommen", hatte er nach der Kabinettsklausur in Meseberg bei einem gemeinsamen Auftritt mit Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner gesagt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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